Offener Brief an Barack Obama

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Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Barack Obama!

Wir sehen, daß Sie in einer sehr schweren Situation sind. Sie sind als Friedenspräsident angetreten, Sie haben den Friedensnobelpreis erhalten und sehen sich jetzt gezwungen, die Öffentlichkeit für den Militärschlag gegen Syrien zu motivieren. Das ist ein innerer Widerspruch. Sie wären gewiß erleichtert, wenn Ihnen jemand diese schwere Entscheidung abnehmen könnte. Wir, die Unterzeichner, sind die Gründer des Friedenszentrums Tamera in Portugal, wir schreiben Ihnen, weil wir glauben, daß es eine Möglichkeit gibt, den Konflikt in Würde zu lösen. Wir gehen davon aus, daß Sie genau wie wir den Frieden wollen, und wir möchten Ihnen empfehlen, über eine neue Rede nachzudenken. Sie könnte etwa folgenden Inhalt haben:

Ich erkläre hiermit der Öffentlichkeit, daß ich den militärischen Einsatzbefehl zurückziehe. Das Leben der Menschen in Syrien ist weit wichtiger als alle politischen Kalkulationen. Der Einsatz von Giftgas war ein furchtbares Verbrechen. Aber es wird nicht dadurch besser, daß wir in einer militärischen Strafaktion weitere Menschenleben opfern. Im Namen der Menschlichkeit werden die Vereinigten Staaten von Amerika keine militärische Strafaktion durchführen. Mögen alle Beteiligten diesem Beispiel folgen und mögen sie mit uns zusammen jedes weitere Blutvergießen stoppen. Ich danke für das Verständnis.“

Mit dieser Rede würde Ihrer Nation und sicher auch ihnen selbst ein “Stein vom Herzen fallen”, denn es gibt etwas, das zur Zeit alle wollen: Frieden! Endlich Frieden und Erlösung vom Krieg. Mit dieser Rede würden Sie nicht ihr Gesicht verlieren, niemand würde Sie für schwach und wankelmütig halten, sondern Sie würden im Gegenteil zu einem neuen Idol der Humanität werden – ähnlich wie Nelson Mandela und Martin Luther King. Viele Menschen beten für Sie, damit Sie in der Lage sind, diesen Mutschritt zu tun und der Welt zu helfen. Wir bitten Sie dringend, über den Vorschlag nachzudenken. Gott hat Ihnen die Macht in die Hand gegeben, große Entscheidungen zu treffen. So tun Sie es bitte in Seinem Namen – und bitte bedenken Sie auch, was Martin Luther King jetzt tun würde. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz.

Im Namen aller, die durch den Militärschlag sterben würden.

Im Namen aller Kinder.

Für ein Ende aller Gewalt.

Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels

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