Subsistenz ist Widerstand

en pt-br de
Der Alentejo, die größte und ärmste Region Portugals, war vor fast 40 Jahren ein Rückgrat der Nelken-Revolution. Die längste Diktatur Europas ging zu Ende. 

Erkenntnisse aus der Krise – im Alentejo in Portugal

Der Alentejo, die größte und ärmste Region Portugals, war vor fast 40 Jahren ein Rückgrat der Nelken-Revolution. Die längste Diktatur Europas ging zu Ende. Später wurden unter dem Druck der europäischen Nachbarländer die Kooperativen und andere Errungenschaften der Revolution wieder geschlossen. Portugal wurde in Erwartung großer Investitionen und international finanzierter Mega-Projekte der Musterschüler der EU. Seit der ökonomischen Krise und dem so genannten Europäischen Schutzschirm verändert sich das Leben im bevölkerungsschwachen Alentejo aufs Neue. Maßnahmen wie massiv verstärkte Steuerprüfungen machen traditionellen Kleinproduzenten das Leben schwer. Lokale Märkte, Kleinbauern, Nachbarn, die füreinander Brot oder Käse herstellen, sowie Rentner, die sich angesichts der Mini-Renten etwas dazuverdienen, werden kriminalisiert. Das ist nicht nur moralisch unvertretbar. Es ist auch dumm, denn damit wird ein Mechanismus ausgehebelt, der die Krise zumindest auf dem Land abpuffern könnte: die traditionelle dörfliche Subsistenz. Doch schon entstehen neue Allianzen, um die alten Bestimmungen zu umgehen – vielleicht entsteht ausgerechnet in Portugal ein regionales Modell für die Überwindung der Krise.

Maria Isabel ist 83 und kriminell. Ihr Verbrechen begeht sie am Backofen, und das über viele Jahre: Sie backt Apfelkuchen und verkauft ihn an die Eckkneipe. Ohne Rechnung. Sie setzt sogar noch einen drauf: Sie benutzt Eier von den eigenen Hühnern. Ihre Tochter Eusebia, 58, produziert in der Küche Ziegenkäse in bescheidener Menge und verkauft ihn für 1 Euro pro Stück an Nachbarn. Einer von ihnen, José Manuel, backt im alten Lehmofen auf dem Hof ein paar mehr Brote, als er und seine Frau brauchen, und verkauft es an Freunde, um die Rente aufzubessern. Einige ältere Leute des Dorfes sammeln Pilze und verkaufen sie ebenfalls ohne Rechnung an den Händler, der sie dann – mit Rechnung, aber für den vielfachen Preis – an Restaurants liefert.

Marta, die Wirtin der Eckkneipe, verlängert den vorgeschriebenen Einheitssalat vom Großhändler mit den viel schmackhafteren Salatblättern und Kräutern aus dem eigenen Garten. Und wenn man den lokalen Baumerdbeer-Schnaps Medronho bestellt und die steuerlich versiegelte Flasche leer ist, geht ihr Mann geruhsam in die Garage und füllt nach – vom Selbstgebrannten des alten Tomás. Man kann es Tradition nennen, Lebensqualität oder Lokalkolorit – in Zeiten der Krise hilft die Teilsubsistenz unter Nachbarn schlicht beim Überleben.

Der Alentejo in Portugal ist die ärmste Regionen des krisengeschüttelten Landes. Die traditionelle Landwirtschaft ist am Boden, Industrie gibt es so gut wie nicht, Touristen verirren sich selten ins Hinterland der spektakulären Küstenlandschaft. Höfe verfallen. Viele verlassen die Dörfer. Vor allem alte Leute bleiben zurück. Die schmalen Renten reichen kaum. Idálio Goncalves, Gemeindepräsident des Dörfchens Relíquias: “Die Menschen wohnen weit verstreut. Ich habe nicht die Mittel, in alle Haushalte zu schauen, ob die alten Leute ausreichend mit dem Notwendigsten versorgt sind. Vor der Krise hat die freiwillige Feuerwehr die alten Leute zum Gesundheitszentrum in die Stadt gefahren, wenn sie krank waren, dazu fehlt jetzt das Geld. Ein Taxi ist für die meisten zu teuer. Nachbarschaftshilfe ist für viele das Einzige, das ihnen hilft, zurecht zu kommen.”

Vorerst tun die Menschen, was sie immer getan haben, um zurecht zu kommen: Sie produzieren das, was sie brauchen, und verkaufen die Überschüsse an Menschen, die sie kennen. Rechnungen können sie nicht ausstellen. Denn für eine Geschäftsgenehmigung müssten sie Auflagen erfüllen und Investitionen tätigen, die sich nur bei einer Massenproduktion lohnen. Anders als Spanien hat Portugal keine Sonderbedingungen für Kleinunternehmer erlassen. Das Fazit: All die Kleinproduzenten – die Kneipen, Küchen, Läden und Backstuben, die den Charme des Landes ausmachen – sind de facto illegal. Entweder legalisieren sie ihre Produktion, indem sie zu Großproduzenten werden – oder sie bleiben Steuersünder.

Adérito Pereira musste als Inhaber des einfachen Lokals Barreirinho eine moderne Registrierkasse anschaffen. Er ist frustriert: “Wenn der Gast es wünscht, muss ich ihm eine Rechnung ausstellen. Wenn auf der Rechnung etwa Omelette steht, möchte das Finanzamt die Rechnung für die Eier sehen. Wenn ich die Eier von unseren Hühnern verwende, kann ich das nicht und mache mich strafbar.”

Bislang wurde das mehr oder weniger toleriert. Doch greift die Regierung durch, es sieht so aus, als habe sie die Schuldigen der Krise entdeckt: den kleinen Mann, die kleine Frau als Steuersünderin. Gehorsam gegenüber Austeritätspakt ersannen die Behörden verschiedene Maßnahmen: Sie legten etliche lokale Märkte still, in denen bislang Dorfbewohner ihre Kleinprodukte anbieten und etwas Geld dazuverdienen konnten. Vor einigen Monaten stellte das Finanzamt 1000 neue Kontrollgänger ein. Einige hoben kürzlich eine kriminelle Vereinigung im kleinen Dorf Amoreiras aus: Sie hatten – wie bereits seit Jahrzehnten – Holzkohle hergestellt und verkauft. Das Durchschnittsalter der Täter war über 70, der bescheidene Erlös der Holzkohle erlaubte ihnen kaum mehr, als ab und zu einen Medronho oder einen Bica (Espresso) in der Kneipe zu sich zu nehmen.

Der pensionierte Geschichtsprofessor Antonio Quaresma aus Milfontes: “Wenn regionale Produkte verschwinden und von industriellen ersetzt werden, ist das kein Gewinn für die Menschen oder den Staat, sondern ausschließlich für die Großunternehmen. Im Alentejo pachten seit einigen Jahren internationale Agrarunternehmen im großen Stil ungenutzte Grundstücke und nutzen sie für den Bewässerungs-Olivenanbau und für Gemüseanbau unter Glas. Nach wenigen Jahren sind sie chemisch stark belastet, die Böden ausgelaugt. Die Kurzzeit-Helfer aus Thailand oder Bulgarien sind, bevor bei ihnen Gesundheitsschäden sichtbar werden, schon wieder in der Heimat.”

Unter dem Druck der Troika handelt die Regierung gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung. Erst vor einigen Wochen ließ die Stadtverwaltung von Lissabon einen Gemeindegarten im Stadtzentrum zerstören, wo Anwohner in Nachbarschaftshilfe erfolgreich Gemüse angebaut hatten, den Horta de Monte. Die Stadtangestellten entwurzelten unter Protest der Stadtteilbewohner Bäume und planierte Beete, um dort Schrebergärten an Besserverdienende vermieten zu können. Wieder wurde ein Stück Selbsthilfe angesichts der Krise zerstört.

Viele Portugiesen wollen sich das nicht mehr gefallen lassen. Im letzten Jahr protestieren mehrmals fast 1 Millionen Menschen gegen die Troika, das sind 10 % der Einwohnerschaft. Viele zeigen Fantasie und Entschlossenheit beim zivilen Ungehorsam: Als das Parlament über die Vorschrift diskutierte, dass Restaurantkunden per Gesetz aktiv eine Rechnung verlangen müssen, gaben Zehntausende in Restaurants statt der eigenen Steuernummer die des Regierungschefs an. Die Vorschrift war bald vom Tisch.

Es gibt auch Dorfbürgermeister, die nicht akzeptieren wollen, dass die Märkte eingestellt wurden. Sie lassen sie weiterlaufen, aber unter anderem Namen: “Mostra” – “Ausstellung” lokaler Waren. Wenn jemand dann unbedingt etwas verschenken will und jemand anders dann tatsächlich Geld in die Spendendose steckt, nun, wer will das verhindern!

Es gibt einen überzeugenden Slogan: Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht. Das ist hier der Fall. Nicht die Kleinproduzenten, sondern die Behörden und Entscheidungsträger sind im Unrecht – sowohl moralisch als auch strategisch. Moralisch ist es unhaltbar, den alten Menschen auf den Dörfern die Lebensgrundlage zu entziehen. Und strategisch ist es einfach dumm. Denn man zerstört damit einen seltenen Schatz: eine Region, die noch über Wissen und traditionelle Methoden verfügt, dazu Dorfgemeinschaften mit ausreichender sozialer Kohäsion, um zu tauschen und sich untereinander zu helfen.

Was hier kriminalisiert wird, ist eine ursprünglich global verbreitete und krisensichere Wirtschaftsweise: regionale, dörfliche Subsistenz – die selbst organisierte Kraft einer Bevölkerung, sich gegenseitig zu helfen und zu versorgen mit dem, was in der Region wächst. Es gibt keinen Grund, angesichts der Krise nicht aufs Neue zusammenzurücken, aber jeden Grund für Nachbarschaftshilfe, Selbstversorgung und dörflichen Gemeinschaftsgeist. Diese Qualitäten können jetzt helfen, die Auswirkungen der Krise zumindest abzupuffern – wenn nicht sogar einen Teil-Schlüssel zu ihrer Lösung zu liefern. Das gilt nicht nur für Portugal: Je unzuverlässiger die Versorgungssysteme der globalen Wirtschaft werden, um so mehr brauchen wir regionale Subsistenz.

Deshalb bitten wir alle Reisenden und Genießer: Fragen Sie in Restaurants nach Selbstgemachtem. Lassen Sie Ihr Omelett aus ungestempelten Eiern machen. Bitten Sie ausdrücklich um Salat aus dem eigenen Garten. Geben Sie auch bei Parties und Einladungen Selbstgebranntem und Selbstgebackenen den Vorzug. Verkünden Sie schon beim Eintritt in ein Geschäft oder eine Kneipe, dass Sie keine Rechnungen entgegennehmen.

Vielleicht schließen sich bald die ersten Restaurantbesitzer lokalen Tauschringen an. Vielleicht stellen bald die ersten Ladenbetreiber fest, dass eine Spendendose am Eingang für entnommene Waren ihnen mehr Gewinn bringt als die seit neuestem vorgeschriebene Registrierkasse. Vielleicht wird es bald die ersten Regionalwährungen geben als Möglichkeit, die Steuerbestimmungen zu umgehen.

Teil 2: Nachhaltigkeitsmodelle für regionale Selbständigkeit

Wenn die beschriebene dörfliche Subsistenz sich mit globalem, aktuellem Wissen und Erfahrungen über dezentrale Autonomie verbindet, dann könnten aus den derzeitigen Krisenregionen Modellfälle für regionale Selbständigkeit werden: Regionen, in denen fortgeschrittenes ökologisches, technologisches, ökonomisches und soziales Wissen dezentral, in Selbstorganisation angewendet wird und ganze Landschaft aufblühen lässt. Hier zeigt sich die positive Seite der Krise: verschiedenste Akteure scheinen offen zu sein für Kooperation und neue Experimente.

In Portugal bereitet sich große Allianz vor: junge Akteure der Proteste gegen die Troika und alte Menschen auf dem Land, die eine Perspektive brauchen, stellen fest, dass sie dasselbe Ziel haben. Immer mehr Familien und Einzelpersonen aus den Städten wollen zurück aufs Land. Nicht aus Romantik, sondern weil das Leben in den Städten bei steigenden Lebensmittel-, Energie- und Mietkosten und sinkenden Löhnen immer schwieriger wird. In den Dörfern, von denen vielleicht ihre Eltern oder Großeltern stammen, erhoffen sie sich bessere Lebensmöglichkeiten. Doch noch fehlt ihnen das nötige Wissen, diese besseren Lebensbedingungen aufzubauen.

Deshalb gründete die Initiative “12. März”, die vor zwei Jahren über Facebook eine ganze Generation auf die Straße brachte, nun die Academia Cidada, eine Bürgerakademie, in der Menschen lernen sollen, was man zum Überleben und zur Selbständigkeit braucht.

Sie stehen dazu im Netzwerk mit global agierenden Gruppen und Bewegungen wie der Transition Town Bewegung, dem Global Ecovillage Network, der Ausbildungsinitiative Globaler Campus und Zentren wie dem Friedensforschungszentrum Tamera bei Odemira im Alentejo.

“Wir wollen lokale und internationale Wissens- und Entscheidungsträger zusammen bringen, mit dem Ziel, gemeinsam eine Modellregion aufzubauen”, erläutert Vera Kleinhammes, Koordinatorin des Globalen Campus. “Das Wissen über ökologische und soziale Nachhaltigkeit, das wir im Globalen Campus gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern in Afrika, Südamerika, Asien und Europa zusammengetragen haben, könnte dem Alentejo helfen, vom Problemfall zu einem Modellfall für ganz Europa zu werden.”

Einige Bereiche, in denen Krisenregionen von Ökodörfern und Forschungsprojekten für angewandte Nachhaltigkeit lernen können:

Natürliches Wassermanagement. Der gestörte Wasserhaushalt macht sich im Süden Europas durch Wasserschäden im Winter, Trockenheiten und Waldbrände im Sommer massiv bemerkbar. Die Grundwasserspiegel sinken, viele Gemeinden müssen Wasser hinzukaufen, um ihre Bevölkerung zu versorgen. Große Staudammsysteme, noch zu Zeiten der Diktatur geplant, versorgen zwar die industrielle Landwirtschaft, aber lassen Flüsse und Landschaften austrocknen. Es gibt mittlerweile weltweite Erfahrungen in dezentralem natürlichen Wassermanagement, Rainwater Harvesting und Regenwasserretention, durch die mit einfachen Mitteln und natürlichen Materialien der Wasserhaushalt regeneriert werden kann. Entsprechende Erfahrungen unter anderem im Friedensforschungszentrum Tamera wurden als positives Beispiel für Klimawandel-Anpassung in Europa ausgezeichnet.

Dezentrale Energieautonomie. Im sonnenreichen Alentejo ist es absurd, sich von Energielieferungen aus dem Rest Europas abhängig zu machen. Allein Solarenergie könnte hier leicht die Energie liefern, die für Elektrizität gebraucht wird. Photovoltaikfreie, dezentrale Solarsysteme und Mikrobiogasanlagen zum Kochen und für Warmwasser könnten zusätzlich dafür sorgen, dass keine Energiekosten mehr aus der Region hinaus fließen.

Regionale Lebensmittelautonomie. Mit organischer Landwirtschaft in Mischkultur, Aufforstung durch Fruchtmischwälder, Permakultur, Rainwater Harvesting und ganzheitlichem Weidemanagement kann jede Region dezentral die Grundnahrungsmittel hervorbringen, die ihre Bewohner brauchen – und gleichzeitig die Auswirkungen der ökologischen Zerstörung heilen. Wüstenbildung, Zerstörung der Wasserkreisläufe, Erosion und Abholzung können rückgängig gemacht werden – in Landschaften, die auch ökonomisch interessant werden.

Geldfreie Wirtschaft. Wie Erfahrungen aus Europa, Australien und den USA zeigen, lohnt es sich für Regionen mit hohem Subsistenzgrad, sich beim regionalen Warenverkehr von der Geldwirtschaft abzulösen und statt dessen Alternativwährungen einzuführen. So bleibt der erwirtschaftete Gewinn vor Ort, sorgt für verantwortliches Wachstum und Reinvestition in den Gemeinden. Innerhalb eingeschworener Dorfgemeinschaften kann sich sogar ein radikaler Ansatz wie Schenkökonomie lohnen, wie Experimente verschiedener Gemeinschaften zeigen. Das braucht allerdings einen lebendigen Gemeinschaftskern mit Vertrauen, gegenseitiger Hilfe und Fürsorge.

Ganzheitliches Weidemanagement: Zu lange und intensive ganzjährige Beweidung ist der größte Zerstörungsfaktor der Böden und natürlichen Vegetation in ganz Mitteleuropa. Durch ganzheitliches Weidemanagement, für das sich mehrere Bauern mit ihrem Vieh und ihrem Land zusammenschließen müssten, können diese Fehler ohne großen Aufwand behoben und rückgängig gemacht werden. Bei gleichem Ertrag können Boden und Wasserhaushalt regeneriert werden. Dazu braucht es eine Bereitschaft der Bauern zur Kooperation.

Gemeinschaftswissen: Für die Wiederinstandsetzung von Dörfern und Dorfgemeinschaften, für das Zusammenleben von Alteingesessenen mit jungen, gut ausgebildeten Teilen der Protestgeneration aus Städten sowie für den Aufbau und Instandhaltung der technischen und ökologischen Anlagen haben Ökodörfer und Gemeinschaften seit vielen Jahren soziale Werkzeuge für Austausch, Konfliktlösung und basisdemokratische Entscheidungsfindung entwickelt und sind bereit, diese weiterzugeben.

Das Forschungszentrum Tamera zeigt und nutzt bereits heute in einer Siedlung von 160 Menschen mit Erfolg einen Teil der erwähnten Techniken für regionale Autarkie, soweit sie auf Dorfmaßstab Sinn machen. Jeden Monat besichtigen an Tagen der Offenen Tür um die 100 BesucherInnen aus ganz Portugal die innovativen ökologischen und technologischen Einrichtungen und stellen viele Fragen zum Gemeinschaftsaufbau und Zusammenleben. An den Uferterrassen der Wasserretentionsräume, dicht bewachsen mit Obst und Gemüse, sehen sie, dass die Wüstenbildung tatsächlich regional umgekehrt werden kann. Einige tausend junger Studenten und Studentinnen nehmen jedes Jahr an den Ausbildungslehrgängen oder Praktiken teil. Viele ältere Besucher aus Portugal fühlen sich an alte Zeiten erinnert, als die Landbesitze und Kooperativen des Alentejo von verschiedenen Generationen zusammen bewirtschaftet wurden.

Vieles spricht dafür, dass ähnliche Maßnahmen, wie Tamera sie erprobt, auch im regionalen Maßstab zum Erfolg führen werden: nämlich zu zeitgemäßen Subsistenzwirtschaften auf modernem Wissensstand mit hoher Stabilität.

Der Aufbau von Modellregionen bringt Aktivisten, Wissenschaftler und Städteplaner zusammen und wird mittlerweile auch für örtliche Verbände, Kreisverwaltungen, Schulen interessant. Die ersten Landbesitzer sind bereit, ihre Grundstücke für die ökologische Neubesiedlung zur Verfügung zu stellen.

Bischof Dom Antonio Vitalino Dantas aus Beja, der sich seit Jahren für soziale Gerechtigkeit einsetzt, vermittelt zwischen Politikern und Bürgern. Er will die großen Landbesitzer der Region dazu gewinnen, Ländereien für neue “Ökodörfer” zur Verfügung zu stellen. Dantas: “Verlassene Dörfer, Schulen und Höfe könnten auf diese Weise revitalisiert und ökologisches und soziales Wissen auf dem neuesten globalen Stand angewendet werden.”

 

 

2 thoughts on “Subsistenz ist Widerstand

  1. Hallo Leila,
    vielen Dank für Deinen interessanten und berührenden Artikel. Ich habe ihn meiner Freundin Andrea weiter geleitet, die kürzlich nach Portugal ausgewandert ist – nicht weit von euch. Die Schikanen gegen die “unversteuerten” Bauernmärkte und die Direktvermarktung konnte sie bestätigen. Sie will Deinen Artikel auf einem der Märkte, der “trotz alledem” wieder trifft, verteilen.

    Viele Grüsse und eine gute Zeit
    Albrecht

    • Hallo Albrecht,
      entschuldige, ich sehe deinen Kommentar erst jetzt, ein halbes Jahr später. Sag doch deiner Freundin Andrea, sie soll mit uns Kontakt aufnehmen. Wir sind dabei, ein Regionalzentrum aufzubauen, es hat sich so viel getan inzwischen, so viel fantastische Freundschaften in der Region, Nachbarschaftsfeste etc. Gib ihr meine E-Mail-Adresse, und sie soll sich mal melden. leila.dregger@tamera.org
      Lieben Gruß
      Leila

Share your thoughts:

Your email address will not be published. Required fields are marked *