8. März: Internationaler Frauentag

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Ein Blick in die Geschichte: Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug auf der zweiten internationalen Frauenkonferenz im Jahr 1910 in Kopfenhagen die Einführung eines Internationalen Frauentags vor…

Im Jahr darauf wurde diese Idee in vielen Ländern der Erde realisiert. Die Frauen gingen auf die Straße, um für ein gleichberechtigtes Wahlrecht zu kämpfen. Während des ersten Weltkrieges war der Tag dann vor allem auch ein Aktionstag gegen den Krieg.
Auch heute stehen Frauen -und Männer- in allen Ländern gemeinsam auf, um gegen die Gewalt an Frauen Stellung zu beziehen. In der Aktion One Billion Rising am 14. Februar 2014 fanden in über 200 Ländern Tanzflashmobs auf den Strassen, vor Regierungsgebäuden, in Einkaufszentren und Parks statt. Auch in Tamera nahmen wir mit ca. 40 Frauen an der Aktion teil. Hier ein wunderschöner Videoschnitt der Aktion: One Billion Rising – Tamera

Wir versammelten uns mit der Gemeinschaft im Kulturzentrum von Tamera. Monika Alleweldt hielt eine starke politische Rede zur heutigen Lage der Frauen weltweit. Im Jahr 2012 waren schätzungsweise 20 Millionen Menschen weltweit im Menschenhandel verschleppt worden, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Viele von ihnen landen in Bordellen. Die Zustände dort sind oft unvorstellbar grausam. In den USA z.B. sind junge Frauen teilweise gezwungen, mehr als 40 Freier pro Tag zu empfangen. Das bedeutet alle 15 Minuten ein anderer Mann, 12 Stunden am Tag*.
(*Quelle: http://www.polarisproject.org)

Schluss mit diesem Wahnsinn! Wir müssen dem unsäglichen Leiden, was sich hinter solchen Zahlen verbirgt, ein absolutes NEIN entgegensetzen, so wie es die Initiatorinnen von One Billion Rising mit ihren weltweiten Aktionen mutig begonnen haben. Darüber hinaus aber geht es darum, eine neue Frauenkraft zu finden und aufzubauen.

Das Ende der sexuellen Gewalt ist nicht nur die Korrektur eines Gesellschaftsbereichs, sie kommt einer grundlegenden Revolution unserer gesamten Lebensweise und Gesellschaft gleich. Als Frauen erkennen wir heute, dass die Emanzipation mit Wahlrecht und Gehaltsangleichung noch lange nicht an ihrem Ziel angekommen ist. Wir müssen ein ganz neues Frauenbild zur Geburt bringen, wo Frauen sich wieder mit ihrer ursprünglichen Quelle, dem Leben verbinden und von ganzem Herzen für den Schutz des Lebendigen, der Kinder, der Tiere und Pflanzen auf diesem Planeten eintreten, für eine humane Erde.

Sabine Lichtenfels, Mitbegründerin von Tamera, Friedensaktivistin und eine der „Tausend Frauen für den Frieden“ schreibt: „Frauenmacht ist nicht gegen den Mann gerichtet und nicht gegen unsere Liebe zu den Männern, sie verlässt aber entschlossen diejenigen männlichen Strukturen, die zu der weltweiten Vernichtung des Lebens und der Liebe beigetragen haben.“

In einer experimentellen Theaterarbeit haben wir uns in Tamera im letzten Monat auch der Frage der verschiedenen Frauenarchetypen angenähert und wie diese ihre alten Feindschaften verlassen und in eine lebendige Ergänzung wachsen können. Hier die Aufnahme eines Theaterstücks über die imaginäre Begegnung einer Bordellchefin mit einer politischen Revolutionärin („Als Josephine Mutzenbacher und Rosa Luxemburg einmal zusammen im Fahrstuhl stecken blieben“), aufgeführt von Leila Dregger und Janni Hentrich am 15. Januar 2014 in Tamera: hier anschauen.

Als Grundlage des Studiums senden wir euch die Texte „Weiche Macht – Gedanken zu einer neuen Frauenbewegung“ von Leila Dregger und Monika Alleweldt und „Ich bin gerne eine Frau“ von Sabine Lichtenfels. In beiden Aufsätzen stellen die Autorinnen mit starken Worten den Wechsel von dem alten patriarchalen Frauenbild hin zu einer neuen weiblichen Kraft dar.

Wir möchten den 8. März als Internationalen Frauentag in seiner ursprünglichen politischen Bedeutung wiederbeleben und nutzen, um die Frage einer neuen Frauenbewegung unter uns ins Gespräch zu bringen und zum Thema in der Öffentlichkeit zu machen.
Es ist ein Abenteuer, sich unter Frauen neu zu begegnen und sich ernsthaft zu fragen, wie ein neues Frauenbild aussehen könnte: Was ist unsere eigentliche Quelle, wenn wir sie nicht mehr nur bei einem Mann suchen? Was sind neue Berufsbilder, die dem Wesen der Frau auf authentische Weise entsprechen? Und was können wir Frauen heute tun, wenn wir mit offenem Herzen in diese Welt schauen und nicht länger gewillt sind, diese Zustände als Normalität hinzunehmen?

Auf die Bewegung für eine freie Erde!

Nora Czajkowski

One thought on “8. März: Internationaler Frauentag

  1. DIE WIRKLICHKEIT
    Alles fängt in einem ganz gewöhnlichen Alltag, schon bei Frühstück: der Krieg, das Schweigen darüber. Es gab noch nie den Frieden, nur Zeiten wo der Krieg nicht sichtbar war (keine Bomben etc.) Der Krieg fängt immer im Kopf an, schon beim Frühstück und Morgenscafe. JA. Da werden die erste Steine für den Krieg gelegt indem alles was wertvoll ist, was das Herz wärmt, was das Herz zerbricht, in Schweigen eingetütet wird. Irgendwo werden Menschen täglich umgebracht, politische Entscheidungen nicht reflektiert, Gedanken verdrängt, Gefühle übersehen, Menschen verachtet, Bücher verbrannt weil….. So fing es immer an. Leider auch im ZEGG und Tamera. Das kann Euch nicht schmecken aber so ist es. Gut dass Ihr probiert. Selbstlügen schaden nur. Die Idee vom Gott könnte helfen. Bis jetzt war es leider nur ein Werkzeug der Versklavung. Wahrnehmung ist das was alle Religionen überflüssig macht. Wahrnehmung ist erschütternt, ergreifend ins Tiefste. Manchmal habe ich den Eindruck, dass alle Tiere deutlich mehr von “Humanität”verstehen als das Menschentier. Wir Menschen sind grausam. Kein Wesen sonst ist grausamer als der Mensch. Woher dann die Idee, dass wir uns über andere Wesen erheben dürfen? Unsere Idee von Spritualität, Religion, Nächstenliebe, Liebe ? Was soll diese Arroganz!! Was für Inteligenz ist das was uns besser machen sollte? Sind wir wirklich intelligent? Sorry. Etwas mehr Bescheidenheit darf ich schon erwarten!! Aber auf Zustimmung werde ich ewig warten müssen. Wir machen Musik, malen Bilder, machen so viele tolle Bomben, Computer etc. und merken nicht mal, dass wir Alltagskiller sind obwohl so gerne von Liebe reden. Das Killen fängt in Kleinigkeiten an, eben so oft schon beim Frühstück, so unschuldig. Augen und Ohren zu, ……weiter so. Fröhlich in den Abgrund.
    Ich wünsche Euch viel Erfolg aber…..
    Mondwesen

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