Zehn Jahre Steinkreis in Tamera

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Vor etwas mehr als zehn Jahren, am 12. Oktober 2004, wurden in Tamera die ersten Steine des Steinkreises gesetzt und das Gemeinschaftskunstwerk feierlich eingeweiht. 

Die Initiatoren waren Sabine Lichtenfels sowie die Geomanten Marko Pogacnik und Peter Frank. Sie wählten in Steinbrüchen Granit- und Marmorfelsen aus und setzten im Laufe der folgenden Jahre 96 davon in ein verschlungenes Oval im Herzzentrum von Tamera. Jeder Stein und sein Kosmogramm repräsentiert einen Archetypen, der gesamte Steinkreis steht für die Ergänzung und Kooperation innerhalb einer universellen Friedensgemeinschaft. Der Steinkreis wurde zu einem Zentrum der Tamera-Gemeinschaft und ihrer Gäste für Rituale und Meditation. Viele Projekte und Vorhaben werden vor ihrer Ausführung hier vorgetragen, Fragen werden gestellt, Gebete gesprochen, Geburten, Todesfälle und besondere Ereignisse zelebriert. Inspiriert wurde er durch den Steinkreis Almendres von Èvora. Sabine Lichtenfels, die derzeit gemeinsam mit Dieter Duhm eine längere Heilungsreise unternimmt, gab uns zum Steinkreis-Jubiläum ein kurzes Skype-Interview:

Wie kam es damals zur Idee, in Tamera einen Steinkreis aufzubauen?
Vor 20 Jahren, bevor wir überhaupt Tamera gegründet haben, kam ich nach Évora und besuchte den Steinkreis Almendres. Seine 96 Steine wurden ca. 5000 Jahre vor Christus aufgebaut. Dieser Steinkreis hat mir zum ersten Mal eine alte Kultur wirklich nahe gebracht. Es war die tiefgreifende Entdeckung einer erdnahen Spiritualität, und mir wurde erstmals bewusst, dass es bereits einmal auf der Erde eine alte Kultur des Friedens gegeben hat. Ich habe darüber das Buch “Traumsteine” geschrieben, in dem die Gemeinschaftswerte dieser alten Kultur erfasst werden. Der spätere Aufbau des Steinkreises in Tamera ist auch eine Würdigung der Urgeschichte Portugals. Ich gab mit Marko Pogacnik und Peter Frank ein Seminar über die Göttinnenkultur auf Malta, und dort haben wir die Idee entwickelt. Wir haben mit den Steinkreis versucht, in künstlerischer Form die Werte einer Friedenskultur zum Ausdruck zu bringen. In ihrer Ergänzung machen sie vor allem den zentralen Stellenwert der Gemeinschaft sichtbar. Wir zeigen mit dem Steinkreis, dass wir zur Kooperation mit allen Wesen bereit sind. Der Steinkreis macht sichtbar, dass wir keiner festen Religion anhängen, sondern das ganze Leben als heilig ansehen. Das Leben selbst ist unsere Religion.

Welche Bedeutung hat der Steinkreis heute für Tamera?
Der Steinkreis wurde zu einem Ort, an dem sich Menschen mit ihrer inneren Wissensquelle verbinden. Er half mit, dass wir Rituale feiern, wo die Gemeinschaft festlich zusammen kommt und sich auf die Mysterien des Lebens besinnt. Er bringt die Kernwerte der Gemeinschaft in unser Bewusstsein und hilft dabei, urgeschichtliche Erinnerungen wachzurufen. Und das bedeutet im Kern: Alles Leben geht aus einer heilen Urgestalt hervor. Ein Same enthält die ganze Information der Pflanze in sich. Der Steinkreis enthält die ganze Information der Gemeinschaft in sich. Es war für mich eine große Entdeckung, dass es bei der ganzen Schmerzgeschichte, die wir als Menschheit durchlaufen haben, auch eine unverletzte Gestalt in uns gibt. In unserem Zellgedächtnis ist eine Urgestalt angelegt, die das Heile kennt.

Gibt es noch unentdecktes Potential im Steinkreis?
Ja, unendlich viel. Er ist eine Grundierung und wird sicher immer weiter verfeinert und vertieft im Laufe der nächsten Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte. Immer mehr Aspekte werden hinzu kommen und bestehende Aspekte immer umfassender verstanden werden. In Entstehung ist ein ganzes Netzwerk von Pilgerwegen, Meditations- und Kraftplätzen mit dem Steinkreis als Zentrum. Ich sehe ihn als eine Basisstation, wo man die Kooperation mit den Lebenskräften studieren kann, als eine lebendige Bibliothek von Tamera. Ich wünsche mir, dass wir dazu in der Kerngemeinschaft mehr Meditationen und Wachnächte anbieten. Ich sehe auch, dass sich die Patenschaften für die einzelnen Aspekte und Archetypen vertiefen: Jedes Mitglied der Tamera-Gemeinschaft hütet einen Aspekt im Steinkreis und nutzt den entsprechenden Stein nutzen, um zu horchen, ob es neue Informationen für dieses Thema gibt, um Fragen zu stellen und Informationen zu erhalten.

Wirkt der Steinkreis über Tamera hinaus?
In der Region soll der Steinkreis Heilkräfte in der Landschaft und der Natur aktivieren. Die grundlegende Idee der Steinkreise war von Anfang an, bewusste Akupunkturpunkte für globalen Frieden schaffen, die sich mit anderen geomantischen Erdpunkten vernetzen. Insofern spiegelt der Steinkreis die Theorie der globalen Heilung wieder, die Dieter Duhm verfasst hat: Er hilft, eine kompatible Gesamtinformation gemeinschaftlich zu entwickeln und zu verfeinern und diese durch Meditation und Gebet in die Welt zu senden – und natürlich auch Heilungsinformationen zu empfangen. In der Urgeschichte war es der Beruf einiger Priesterinnen, über Traum und Intuition den telepathischen Kontakt mit anderen Kulturen aufrecht zu erhalten, Informationen zu senden und zu empfangen. Der Steinkreis hilft mir sehr bei der geistigen Konzentration, für die Zielausrichtung des Geistes. Ich nutze ihn auch, wenn ich unterwegs bin. Da ich ihn sehr intim kenne, gehe ich mit meinem Bewusstsein zu dem Aspekt, an dem ich etwas fragen oder eingeben will.

Hast du ein Beispiel, wo du das Gefühl hattest, dass der Steinkreis tatsächlich in der Welt gewirkt hat?
Sehr viele, und es wird mir immer wichtiger, Gebete, die wir aussprechen, auch zu überprüfen. Als im vergangenen Sommer der Konflikt in Israel besonders aussichtslos und ernst schien und kein Ausweg in Sicht war, haben wir ein sehr starkes Gebet im Steinkreis gesprochen. Kurz nach dem Gebet haben wir wieder Nachrichten geschaut, und der Waffenstillstand wurde beschlossen, fast aus heiterem Himmel. Mir erschien das nicht als Zufall, da ich aus der Sicht des Gebetes die Verbindung eindeutig spürte.

Am Anfang gab es den Vorschlag, dass weltweit in Gemeinschaften ein ganzes Netzwerk von Steinkreisen entstehen soll – ist das noch das Bild?
Ja, auf jeden Fall. Die beiden Mit-Initiatoren des Steinkreises – Marko Pogacnik und Peter Frank – stehen ja ganz für den geomantischen Aspekt. Sie haben an einigen weiteren Orten weitere Lithopunkturkreise errichtet. Peter Frank hat als Gedenkeinheit für die Geburtsstunde der Lithopunkturkreise eine Homepage eingerichtet, wo die verschiedenen Kreise sichtbar sind. (//pfrank8.wix.com/geopuncture/)
Der Steinkreis von Tamera wirkt darüber hinaus auf der gemeinschaftlichen Ebene, das ist das Besondere. Mir ist es wichtig, dass ein Steinkreis, der Gemeinschaftswissen repräsentiert, immer geistig gut begleitet wird. Ich habe mitgeholfen, dass in der Friedensgemeinde San José de Apartadó zwei weitere Steinkreise mit Kosmogrammen entstanden. Dort half die Arbeit an den Kosmogrammen, die eigenen wichtigsten Werte bewusst zu machen. Ein weiterer ist in Israel geplant. Auch die Gemeinde von Reliquias, zu der wir gehören, hat angefragt nach einer Steinsetzung, einem Denkmal für die Kooperation der verschiedenen Gemeinschaften.
Ich sehe vor allem, dass das Ausbildungsprogramm des Globalen Campus das Prinzip der Steinkreise einbezieht und so die Arbeit der einzelnen Gemeinschaften vertieft. Meine Vision ist, dass alle Gemeinschaften, die mit Tamera und Terra Nova kooperieren, Steinkreise aufbauen. Es braucht Zeit, bis so ein Netzwerk entsteht, und ich habe keine Eile.
Sabine Lichtenfels: Traumsteine. Reise in das Zeitalter der sinnlichen Erfüllung. ISBN 978-3-7205-2135-2, 236 S., geb.

Bestellen bei: //verlag-meiga.org/product/traumsteine/

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