Grüsse an die planetarische Familie

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Einige Nachgedanken zu unserer Terra-Nova-Tour in Deutschland

Liebe FreundInnen,
Unsere Terra-Nova-Tour durch Deutschland ist mit unserer letzten Veranstaltung in Freiburg am vergangenen Montag erfolgreich zu Ende gegangen. Eine intensive Zeit liegt hinter uns. Wir – zehn Menschen aus Tamera, die sich aufgeteilt hatten auf die zwei Buchtouren “Süd” und “Nord” – , haben vom 10. bis 24. November in 18 verschiedenen Städten Lesungen veranstaltet zu dem Buch von Dieter Duhm „Terra Nova. Globale Revolution und Heilung der Liebe“. Nun möchten wir euch einige Nachgedanken zur Reise mitteilen.
Zunächst ein großer Dank an alle Veranstalterinnen und Veranstalter, an alle, die uns beherbergt, bekocht und empfangen haben. Ein so großes Willkommen hatten wir nicht erwartet, wir waren beinahe überwältigt.
Ein mindestens ebenso großer Dank auch an alle, die unsere Veranstaltungen besucht, Bücher gekauft und sich in die Liste für die Schule Terra Nova eingetragen haben. Egal ob in Leipzig, Dresden, Berlin, München, Hamburg oder Freiburg: Überall in Deutschland haben wir mit den Gedanken und unserer Arbeit für Terra Nova Anerkennung und positive Resonanz gefunden. Wir haben durch diese Tour viel Kraft und Enthusiasmus gewonnen, um weiterzumachen. Danke an alle, die das ermöglicht haben!
Doch diese Reise war ja erst ein Anfang. Die Arbeit am Aufbau des neuen „Feldes“ soll weitergehen. Dazu war es wichtig, dass wir in Tuchfühlung gekommen sind mit den Gedanken, dem Engagement, den Fragen und Zweifeln der Menschen in diesem Land.
Die Sehnsucht nach Gemeinschaft kam uns überall und ungeschminkt entgegen. Hier liegt das größte Potential, das geweckt werden kann, wenn wir unsere Kräfte klug einsetzen. Gemeinschaft ist eine Lebensgrundlage, die wieder frischen Wind in viele politische Gruppen und Aktionen hineintragen könnte. Das Gefühl von Einsamkeit und Ohnmacht wird durch neue Erfahrungen von Solidarität und Gemeinschaft überwunden. Der Einzelne hat in einer Gemeinschaft viel mehr Mut zur Kreativität und dazu, auch ungewöhnliche Projekte anzugehen. Es hat uns gefallen, dass in unseren Veranstaltungen alle Altersgruppen vertreten waren. Eine Besucherin sagte sinngemäß: „Es ist vor allem die ältere Generation, die noch einen politischen Überblick besitzt. Deswegen sammeln sich in dieser Altersgruppe viele potentielle Aufbruchskräfte. Die Jüngeren dagegen werden heute systematisch in die Privatsphäre gedrängt, mit Computerspielen, Internet und Mobiltelefonen beschäftigt und abgelenkt.“ Auch wenn diese Aussage natürlich eine grobe Verallgemeinerung darstellt, zeigt sie doch eine interessante Ausgangssituation. Wir waren berührt von dem Willen zur Gemeinschaftsbildung bei vielen Menschen der älteren Generation. Wie kann es gelingen, dass sich die Generationen wirklich gegenseitig unterstützen? Eine interessante Aufgabe, die da vor uns allen liegt! Überall in Deutschland scheint es viele große leer stehende Objekte zu geben, die nur noch von Großinvestoren oder Gemeinschaften sinnvoll genutzt werden können. Das Wissen, wie Gemeinschaften gebildet werden können, erscheint so wie das Zünglein an der Waage, welche Entwicklungsrichtung in einer Gesellschaft möglich wird. Werden, wie ein Veranstalter sagte, die vereinzelten Menschen weiterhin Opfer eines Finanzsystems, von dem immer nur einige wenige große Investoren profitieren, oder können sie sich zu einer Kraft zusammenschließen, die dieses System irgendwann zum Kippen bringen kann? Die Erde mit ihren Ressourcen gehört allen, uns Menschen und allen Mitgeschöpfen. Um eine solche Welt des friedlichen Teilens hervorzubringen, ist es notwendig, dass wir den hypnotischen Bann durchbrechen, der uns bisher dazu gebracht hat, mitzumachen in einem System, das weder unseren Interessen noch unserem Herzen dient.
Ob wir Gemeinschaft aufbauen, ob wir neue Formen für Liebe und Sexualität entwickeln und soziale Strukturen für stabiles, nachhaltiges Vertrauen unter Menschen schaffen können, ist nicht nur eine Frage unserer persönlichen Leistungsfähigkeit, sondern in viel größerem Maße eine Frage des Gesamtfeldes, in dem wir leben. Bisher waren die Versuche, Gemeinschaft zu entwickeln, auf einer viel zu kleinen Ebene angesiedelt. Menschen versuchen, ein Thema von globalem Ausmaß in kleinen Kreisen oder unter vier Augen privat zu lösen. Gemeinschaft, so schreibt Dieter Duhm, ist nicht ein anderer Lebensstil, sondern eine neue Stufe der menschlichen Evolution.
Vor dreißig Jahren war es die Umweltbewegung, die das existentielle Thema der Naturzerstörung, Atomenergie und Umweltverschmutzung in das Bewusstsein der Bevölkerung brachte. Durch die unermüdliche Arbeit vieler Gruppen entstand ein neues Bewusstseinsfeld für die Bedeutung des Umweltthemas, wodurch sich heute allen klar denkenden Menschen darüber bewusst sind, dass wir nur sinnvoll auf dieser Erde existieren können, wenn wir unsere natürliche Umwelt respektieren und schützen. Wir stehen heute vor einer ähnlichen Aufgabe: Ein Bewusstseinsfeld zu schaffen für die Problematik und Lösung des ebenso existentiellen ungelösten inneren Themas des Menschen. Es ist von politischer Bedeutung, ob wir fähig werden, das weltumspannende Muster von Angst, Misstrauen, Konkurrenz und Gewalt in ein neues Muster von gelebter Solidarität, Anteilnahme, gegenseitiger Unterstützung und Vertrauen zu verwandeln.
Wir haben die Reise auch genutzt, um mit verschiedenen Menschen des öffentlichen Lebens Kontakt aufzunehmen und ihre Sicht auf die aktuellen Geschehnisse kennenzulernen. In Gesprächen mit Journalisten, Künstlern, Aktivisten und Politikern leuchteten viele Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auf. Wir planen eine weitere Netzwerkreise Anfang 2015, um diese Kontakte weiterzuführen und neue zu knüpfen. Ein freier Journalist sagte: „Mit eurer Arbeit, mit dem Aufbau von Gemeinschaften, in denen die kollektive Angststruktur aufgelöst wird, liegt das radikalste Gegenmodell zum bestehenden System, denn indem die Angst verschwindet, entzieht ihr dem System den Boden.“
Wir waren deshalb auch erfreut zu erfahren, dass selbst erste öffentliche Institutionen beginnen, in der sozialen Landschaft des heutigen Europa radikale Gemeinschaften als „Leuchttürme” oder „Real-Laboratorien” auszumachen. Einige wenige radikale Gemeinschaftsprojekte könnten hier den Trend vorgeben, während sie umgeben sind von einer Vielzahl weicherer Gemeinschaftsformen wie Nachbarschaftsprojekte, Kollektive und alle möglichen anderen Übergänge von der herkömmlichen abgegrenzten individuellen Lebensweise hin zu einer kommunitären Existenz. Durch die Vielzahl der Gemeinschaften kann jeder seinen richtigen Platz finden und dazu beitragen, dass die „Leuchttürme” sich im Schutz dieses weichen und wohlwollenden Umfeldes zum Wohle aller entwickeln können. Die „Leuchttürme” treffen ihre radikalen Entscheidungen in den unterschiedlichsten Bereichen – von einer gemeinsamen Ökonomie bis hin zur „freien Liebe”. Es tut gut, sich in einer solchen Terminologie wiederzufinden.
Jede Gemeinschaft braucht einen visionären Kern, ein Team von Menschen, die das Startsignal geben und dann durchhalten können. Wie geben wir das Gemeinschaftswissen, das wir in Tamera gesammelt haben, weiter an alle, die auf dem Sprung sind? Wir werden die Wintermonate nutzen, um uns mit der Tamera-Gemeinschaft zu dieser Frage zu beraten. Welche Angebote können wir angesichts der Gesamtheit aller anstehenden Aufgaben wirklich machen?
Hier kommt eine große Aufgabe auf die Schule Terra Nova zu. Wir haben dazu auch schon einiges an Rückmeldungen, Wünschen und Ideen auf dem Netzwerkwochenende in Leipzig gehört. Danke an alle, die da aktiv mitdenken. Eure Eingaben und Vorschläge sind herzlich willkommen!
Seit kurzem sind wir in Kontakt mit einer amerikanischen Online-Universität getreten, die uns anbietet, ihre Infrastruktur für den Aufbau eines spannenden und viel umfassenderen Lernfeldes über das Internet zu nutzen. Außerdem könnte es in der Zukunft dann sogar anerkannte Abschlüsse für Terra-Nova-StudentInnen geben. Wir stehen vor solch großen neuen Möglichkeiten, vor einem möglichen Dimensionswechsel und wollen die nächste Zeit nutzen, um herauszufinden, wie es weitergeht.
Bis dahin laden wir euch ein:
Bitte nutzt die Adventszeit für das Studium des neuen Buches von Dieter Duhm, „Terra Nova“. Das Buch versucht, die Gedankenmatrix einer neuen Kultur – wie sie sich in fast vierzig Jahren Forschung herauskristallisiert hat – so gebündelt und tief wie möglich zu vermitteln. Wer das Buch noch nicht gekauft hat, kann es über den lokalen Buchhändler oder hier direkt beim Verlag beziehen: info (at) verlag-meiga.org.
Jeder Mensch hat durch sein Bewusstsein teil am großen Bewusstsein. Jedes Gehirn, das sich mit neuen Gedanken beschäftigt, trägt dazu bei, die alte Hypnose der Ohnmacht aufzulösen. Wenn es uns gelingt, gemeinsam das Geistgerüst zu bauen für einen neuen Typ von Gemeinschaft, dann fällt die praktische Umsetzung allen viel leichter. Das ist eines der Gesetze der geistigen Welt: etwas, was im Inneren wirklich verstanden wurde, kann viel leichter bzw. erst dann wirklich manifestiert werden. Es ist ja das gleiche, was ein Ingenieur tut, wenn er den Plan eines neuen Autos zeichnet. Zunächst brauchen wir ein Bild, eine Vision. Die Visionsbildung ist das Werkzeug schlechthin, das uns hilft, unsere Träume umzusetzen. Im Fall der Gemeinschaftsgründung ist es der Kontakt zu dem Traum von „Terra Nova”, oder wie immer wir diese Idee einer neuen Gesellschaft nennen wollen. Viele Menschen, die wir auf unserer Tour getroffen haben, haben einen Aspekt dieses Traumes in ihrem Inneren geweckt; weitere Aspekte, vor allem der Aspekt der menschlichen „Inwelt“ muss dazu kommen. Unsere Reise hat in uns die große Hoffnung wachgerufen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis dieser „Durchbruch” tatsächlich geschieht.
Wir sind dankbar, in einer Zeit zu leben, in der wir Zeuge und Mitschöpfer einer solchen Transformation werden können.

Damit es gelingt, bitten wir weiterhin um eure Unterstützung. Wir möchten die Advents- und Weihnachtszeit nutzen, um die Vision von Terra Nova durch das neue Buch bekannt zu machen. So könnt ihr euch beteiligen:
– Verschenkt das Buch an FreundInnen oder empfehlt es FreundInnen als intelligentes Weihnachtsgeschenk.
– Schreibt eure Rezension und veröffentlicht sie auf eurem Blog, eurer Facebook-Seite, ihrem Newsletter oder – wenn ihr Kunde bei Amazon seid – auf der Produktseite des Buches: Terra Nova bei Amazon
– Kontaktiert euren lokalen Buchhändler und empfehlt ihm, das Buch zu vertreiben!

Wir freuen uns auf die nächsten Wochen und Monate und die kommende Kooperation,

Martin Winiecki, Monika Alleweldt

 

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