Séda Abalah: Warum ich nach Afrika zurückgekehrt bin

en de Französisch
Ansprache an eine Gruppe von Studenten aus 
dem südlichen Ostafrika

Ihr möchtet wissen, warum ich mich entschieden habe nach Afrika in mein Dorf zurückzukehren, nachdem ich mein Studium in Frankreich beendet hatte? Ihr möchtet wissen, wie ich, ausgebildet wie ich bin, es geschafft habe 30 Jahre lang hier zu bleiben?

I) Die Geburt meines Traumes
Ihr betrachtet die Schule als ein Mittel, um euch vom afrikanische Leben zu befreien. Was mich betrifft war die Ausbildung ein Ort der Bereicherung, um mein afrikanisches Leben zu lieben. Ich habe die Stellenangebote aus Paris, London oder Lomé abgelehnt, weil ich ein authentisches Engagement gesucht habe, um die landwirtschaftliche Urkultur in meinem Land wiederzubeleben, die die Menschen einmal glücklich gemacht hat. Ich meinerseits weiß nicht, wie ihr, so, wie ihr es tut, von einer Rückkehr sprechen könnt.
Nein.
Mein ganzes Leben hindurch von der Grundschule bis zur Universität bin ich der Haupttätigkeit meiner Kindheit treu geblieben: die Landwirtschaft wurde mein Leben.
Ich habe meinen Geburtsort gewählt, der sehr arme Böden hat, weil es diese Umgebung ist, die mich in einer langen Tradition geformt hat.

II) Die Gründe für diese Verwurzelung
Welchen Wert kann ein Engagement für eine Sache haben, wenn man davon weit entfernt ist?
Ihr, die ihr in fernen Ländern studiert, wollt die Probleme Afrikas von dort aus lösen? Eure Augen sind doch auf die satten Regionen gerichtet, die euch Reichtum versprechen.
Unser Ansatz war ein anderer.
Er ist das, was ich authentisch nennen würde, etwas, dem wir uns verschrieben haben, als wir das Abenteuer des Lebens, des Menschen und der Natur der ewigen Suche nach Geld vorgezogen haben.
Zusammen mit meiner Frau Tiyéda haben wir den täglichen Kampf aufgenommen, um der Menschlichkeit zum Sieg zu verhelfen.

III) Mein Glaube
Ihr müsst träumen, ihr müsst an euch selbst glauben, an den Menschen.
Ihr müsst studieren, um euch in den Dienst zu stellen am Menschen und für den Aufbau einer Welt der Solidarität.
Unser Afrika bleibt der jungfräuliche Kontintent, der Raum genug bietet für eure Träume, für eure Kreativität, euren Geist, während die europäische Welt, von der ihr träumt, eine fertige Welt ist. Mein Glaube, der auch eurer ist, besteht darin, dass ich denke, derjenige, der sein eigentliches Problem anpackt, hat mehr Chancen als derjenige, der lange nach Lösungsansätzen Ausschau hält. Ich folge in all den 30 Jahren meines Engagements einer Intuition und ich glaube, dass ich diese Intuition mit euch teile, dass in der Erde Afrikas ein Schatz verborgen liegt. Es ist ein Erbe, das uns übergeben werden soll.
In einer langen und geduldigen Arbeit habe ich Armut in Reichtum verwandelt.
Ich weiß, dass ihr das auch könnt.
Die Mission für alle afrikanischen Intellektuellen ist die, wie der Sauerteig zu sein, der den Teig des Menschen und der Umwelt aufgehen und gedeihen läßt.
Ich glaube daran, dass die Sonne des afrikanischen Wohlbefindens an dem Tag aufgehen wird, wo ihr, die jungen Intellektuellen Afrikas, in unserer Nachfolge wieder den Busch Afrikas in euren Besitz nehmt. Schaut nicht auf die materiellen Mittel, sondern wagt es mit bloßen Händen wie wir.
Mein Wort an euch ist: Wenn ihr es wagt, auf die Zukunft zu setzen, dann legt ihr damit die beste Grundlage für eurer bestes Leben von morgen.

IV) Schwierigkeiten und Anregungen
In den afrikanischen Dörfern gibt es Schwierigkeiten, Mängel, Blockaden, Unverständnis. Aber meine Frau und ich fühlen uns nicht allein. Ich möchte euch sagen, dass das Zeugnis der Freundschaft, die Sympathie von so vielen Männern und Frauen, die wir jeden Tag erfahren, uns zu der Behauptung führen, dass ein Mann niemals allein ist, niemals schwach ist, wenn er es wagt, seine Kraft dem immensen Ozean menschlicher Kräften hinzuzufügen.
Das ist es, was uns motiviert in dieser solidarischen Arbeit.
Wir können euch diese Reichtümer nicht weitergeben. Wir stehen euch gegenüber nach 30 Jahren Erfahrung mit vollen Händen, um mit euch zu teilen und in euren Herzen die Hoffnung zu entzünden, dass ihr eines Tages als freie und glückliche Menschen leben werdet umgeben von einer fruchtbaren Erde!

 

Mehr Informationen: http://www.thedancingforest.com/

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