HOME – Fortsetzung von RefuGEN in Griechenland

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Wir alle sind betroffen von einer globalen Krise, wir alle sind Flüchtlinge des kapitalistischen Systems.

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Ein halbes Jahr lang haben Mitglieder von Ökodörfern in Griechenland direkte Flüchtlingshilfe geleistet. Insgesamt einige hundert Menschen aus ganz Europa haben zunächst auf Lesbos und dann in Nord-Griechenland Menschen aus Kriegs- und Notgebieten Unterkünfte, trockene Kleidung und Essen besorgt, sie medizinisch versorgt, ihnen Sprachunterricht gegeben, sich um Kinder und alte Leute gekümmert und den Geschichten ihrer Flucht zugehört. “RefuGEN 1” ist nun abgeschlossen. Die Vorbereitung von “RefuGEN 2” hat begonnen: Das neue Projekt heißt HOME und ist ein Ausbildungs- und Integrationsprojekt von und für Flüchtlinge, Freiwillige und Einheimische in Griechenland, getragen vom Global Ecovillage Network, unter aktiver Beteiligung von Mitarbeitern aus Tamera und der Initiative Blueprint.

“Es geht um mehr als Flüchtlingshilfe”, erklärt Nikiforos Pertsinidis. “Wir alle sind betroffen von einer globalen Krise, wir alle sind Flüchtlinge des kapitalistischen Systems. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, Heimat zu finden.” Der Mitgründer des Ökodorfes Skala ist einer der Träger von HOME, des Ausbildungsprojektes für die Integration von Flüchtlingen und interkulturelle Gemeinschaftsbildung. Auf dem Green Phoenix Treffen der Gemeinschaften im Oktober in der Schweiz wurden die Leitlinien von HOME festgelegt: Eine Gruppe von jeweils etwa 10 Flüchtlingen, 10 jungen Leuten aus Griechenland und 10 Mitgliedern von Ökodörfern aus ganz Europa werden lernen, was es heißt, über alle Kultur- und Sprachgrenzen hinweg Gemeinschaft aufzubauen. Das werden sie tun, indem sie gemeinsam eine regenerative Siedlung aufbauen: ein Ökodorf mit Nachhaltigkeitstechniken für Wassermanagement, in Architektur, für Lebensmittelanbau und in der Energieversorgung. Das Ökodorf Skala bei Thessaloniki stellt ein unbebautes Grundstück dafür zur Verfügung.
HOME soll ein Ausbildungsprojekt werden. Die Teilnehmer erhalten nach drei Monaten ein Teilnahme-Zertifikat vom Global Ecovillage Network: Sie haben einerseits Erfahrung gesammelt in ökologischen Technologien der Nachhaltigkeit: Erfahrungen, die sowohl für die Wiederbesiedlung ehemaliger Kriegsgebieten als auch für die Rekultivierung übernutzter und geschädigter Landschaften Mitteleuropas immer wichtiger werden. Aber noch wichtiger ist das Erlernen sozialer Nachhaltigkeit und interkultureller Kooperation. Die Teilnehmer sind gleichzeitig Schüler und Lehrer, und wer die drei Monate durchlaufen hat, wird als kultureller Übersetzer bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten in ganz Europa gefragt sein.
Zehn Gemeinschaften aus Europa tragen das Projekt. Im Februar wird eine Gruppe von sechs Spezialisten aus Ökodörfern drei Wochen lang die legalen, ökologischen und politischen Bedingungen erarbeiten und an den Details des Projektes arbeiten. Das Vorhaben wird begleitet von der Blueprint-Allianz: Eine Initiative von Spezialisten für ökologische und soziale Nachhaltigkeit, die bisher auf ihren Gebieten in verschiedenen Teilen der Welt Entwicklungshilfe geleistet haben. Die Blueprint-Idee führte sie zusammen; sie erarbeiten gemeinsam ein holistisches Modell für eine regenerative Siedlung. Die ersten beiden Prototypen sollen in Tamera und in Skala entstehen: Unter dem Namen Blueprint 200 sollen sie zeigen, wie temporäre und dauerhafte Flüchtlings- oder Integrationsdörfer aussehen könnten, die nicht mehr zerstörerisch, sondern heilend auf die Natur und auf den Menschen wirken.
Das Projekt wird von der Grace-Stiftung unterstützt. Deren Leiter Benjamin von Mendelssohn: “Blueprint 200 soll für uns eines von drei Hauptprojekten sein, da es den Modellgedanken so stark verbindet mit der direkten Hilfe in der größten politischen und humanitären Katastrophe unserer Zeit.“
Mehr zur Grace Stiftung: www.the-grace-foundation.org
Mehr zu Skala: skalaecovillage.com

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