Standing Rock for Life

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Weihnachtsbotschaft aus Tamera

Photo: José Arantes (re) und Sabine Lichenfels (Mitte) in Porches (Portugal),Oktober 2016

Liebe Freunde von Tamera, Partner und Mitarbeiter in aller Welt,

Viele Monate lang haben sich in Standing Rock (North Dakota, USA) Vertreter der Sioux und über 200 weiterer indianischer Nationen dem Bau einer Pipeline entgegengestellt, die ihre heiligen Stätten zerstört und große Trinkwasservorräte in Gefahr gebracht hätte. Weissagungen ihrer Ahnen hatten gesagt: “Wenn die schwarze Schlange den Fluss überquert, ist das Ende der Welt gekommen.” Es war und ist die größte gemeinsame Aktion von indigenen Kräften in der Geschichte. Trotz Wintereinbruchs, trotz brutaler Angriffe der Polizei und Konzerne, trotz anderer Schikanen hielten sie durch. Ihr Motto “Das Heilige verteidigen” und ihre konsequente Haltung der Gewaltfreiheit haben viele Menschen weltweit berührt. Ein junger Indianer sagte: “Wir hassen euch nicht, wir folgen aber auch nicht mehr euren Befehlen. Wir sind wie der Fels im Wasser: Egal wie die Wellen gegen ihn schlagen, er bleibt stehen.” Am Ende waren es fast 20.000 Menschen, die sich dem Camp angeschlossen hatten, darunter auch viele ehemalige Soldaten der US-Armee.

In Tamera haben wir Standing Rock von Anfang an begleitet und versucht, die Bewegung zu stärken, in der sich so elementar politische Aktion mit Gebetskraft verbindet. Hier entsteht etwas Neues, eine Kraft ist auferstanden, die sich unbeirrt vor das Heiligste stellt, um es zu schützen: das Wasser, das Leben, unsere Zukunft.
Martin Winiecki, einer unserer jungen Mitarbeiter, hat eine Solidaritäsbotschaft verfasst, um dem neuen Funken zu verstärken, der in Standing Rock entfacht wurde.

Zu Sonnenaufgang am 4. Dezember, am Tag vor der angedrohten Räumung des Camps, zündeten wir in Tamera ein 24-stündiges Gebetsfeuer zum Schutz für Standing Rock. Dann kam das vorläufige Aufatmen: Die US-Regierung sagte zu, den Bau der Pipeline durch indianisches Stammesgebiet vorerst zu stoppen. Es war ein erster großer Erfolg für die Bewegung, aber der Kampf ist noch nicht gewonnen. Der Baustopp kann auch wieder aufgehoben werden, wenn Donald Trump am 20. Januar sein Amt antritt. Wir dürfen sie jetzt nicht alleine lassen! Die Bewegung muss stärker werden, so stark, dass wir gemeinsam in der Lage sind, jede Gewalt gegen das Leben zu überwinden – überall auf der Welt. Wir laden euch ein zu der Aktion: Standing Rock for Life.

Die Idee dazu entstand während unseres Besuchs in einer entstehenden Nachbar-Gemeinschaft in Porches. Der Besitzer des Landes hatte auf seinem Gelände einen Stein gesetzt und Sabine Lichtenfels und andere eingeladen, an diesem Stein ein Gebet zu sprechen. Mit ca. 60 Gästen sprachen sie auch Gebete für Standing Rock. Es war ein magischer Moment. Die Kraft archaischer Steinsetzungen verband sich mit der Vision einer humanen Zukunft. Mit demselben Gedanken beschrieb Sabine Lichtenfels die „urgeschichtlichen Utopie“ und errichtete den Steinkreis von Tamera. Einen Auszug zu diesem Thema wollen wir euch als Studientext für diesen Monat ans Herz legen:(Hier)

Jetzt laden wir euch ein: Macht mit bei der Aktion: Standing Rock for Life!
Stellt euch vor: Viele Gruppen, die sich für die Heilung des Lebens auf dieser Erde einsetzen, setzen einen Stein auf ihrem Gelände. Überall, in Städten, Gemeinschaften, Gemeindezentren, an vielen Orten weltweit entstehen diese Zeichen der Solidarität mit Standing Rock. Die Menschen sagen damit:

  • Wir stehen hier wie ein Fels in der Brandung.
  • Wir setzen ein Zeichen dafür, dass uns das Leben heilig ist.
  • Wir setzen uns ein für die Kraft, die größer ist als alle Gewalt.
  • Wir stehen auf, um das Heilige auch in unserer Umgebung zu schützen.
  • Wir hassen nicht, aber wir wissen, dass die alten Gesetze dem Leben nicht mehr dienen. Wir verständigen uns über Gedanken, Erfahrungen und Konzepte, die eine Alternative ermöglichen.
  • Wir setzen uns ein für lebendiges Wasser, Kooperation mit der Natur und dezentrale Energieversorgung. Wir arbeiten für ein Zusammenleben von Menschen und mit Tieren in Vertrauen – ohne Ausbeutung und Gewalt.

Unsere Idee: Nutzen wir die Weihnachtszeit, um dieses Zeichen der Solidarität zu setzen und einen Stein zu setzen. Wenn ihr könnt, veröffentlicht Fotos und Berichte eurer Aktion auf Social Media mit dem Hashtag #StandingRockForLife.

Bitte nehmt auch den Aufruf zur Kenntnis, der aus Standing Rock selbst kommt: www.honorearth.org/whatsnext. Informiert euch über die Vorschläge, wie die Bewegung weiter gestärkt werden könnte!

Auch wenn ihr keine Steine setzen werdet, laden wir euch ein, am „Ring der Kraft“ teilzunehmen. In den kommenden Wochen widmen wir unser politisches Gebet, das jeden Montag zu Sonnenaufgang stattfindet, den Geschehnissen in Standing Rock. Wir stellen die Fragen: „Welche Kraft ist größer als alle Gewalt? Wie kann meine lokale Handlung zu einer wachsenden globalen Friedenskraft beitragen?“ Die Meditationen, die Sabine Lichtenfels seit Monaten verbindlich durchführt, könnt ihr auf ihrer Homepage anhören. Hier die neueste Botschaft vom 12. Dezember: //sabine-lichtenfels.com/wie-ein-fels-in-der-brandung

In diesem Sinne wünschen wir uns allen eine kraftvolle und wirkungsvolle Weihnachtszeit!
Mit herzlichen Grüßen aus Tamera!

Sabine Lichtenfels, Monika Alleweldt, Leila Dregger

 

 

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