Der Landkreis Odemira als europäische Modellregion für Nachhaltigkeit…

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…und der mögliche Beitrag von Tamera


Der Landkreis Odemira, das sind über 1700 Quadratkilometer malerischer Hügellandschaft zwischen der Atlantikküste und den großen Ebenen im Landesinneren. Der Landkreis Odemira, das sind auch 26.000 Menschen, die angesichts von Landflucht, ökonomischer Krise und Landschaftszerstörung ihren Weg in die Zukunft suchen – einen Weg, der ihre Ressourcen und Vielfalt bewahrt und vermehrt, gleichzeitig die Wirtschaft ankurbelt und die Region revitalisiert. Agrarindustrie und Massentourismus sind längst nicht die einzigen Wirtschaftsmöglichkeiten. So utopisch das klingt, Odemira hat alle Faktoren, um eine europäische Modellregion zu werden: eine Region, die auch anderen Ländern in der ökologischen und ökonomischen Krise zeigt, wie eine nachhaltige Regionalentwicklung aussehen könnte. Um einen Weg in die Zukunft zu finden, der das Alte nicht zerstört, sondern integriert, bieten sich überraschende Kooperationspartner an.

Anders hinschauen
Der Landkreis von oben gesehen. Fließende Hügelketten bis zum Horizont, grün im Winter, ausgebleicht gelbgrau im Sommer; gekrönt von den Ruinen alter Windmühlen, betupft mit Büschen und Bäumen; und in den Nischen und Falten der Landschaft weiß getünchte Ansiedlungen und Gehöfte.
Schön ist das. Und einsam. Es fehlen Perspektiven für die Jugend, es fehlen Konzepte für eine prosperierende Wirtschaft, die gleichzeitig die Dorfgemeinschaften, die Natur und die Ressourcen pflegen und erhalten.
Man stelle sich vor, die Gehöfte sind wieder mit Leben gefüllt, die Täler mit Gärten und Teichen, die Dörfer mit ökologischer Technologie zur Energiegewinnung und Lebensmittelerzeugung, umgeben von ausgedehnten Fruchtmischwäldern, in denen Schweine und andere Tiere weiden und die das Land von den Schäden der vergangenen Monokulturen regenerieren.
Fast kann man die Bäche wieder sehen, die hier auch im Sommer wieder fließen werden.
Fast kann man das Lachen und die Zurufe der vielen jungen Menschen hören, die dasjenige Wissen studieren, welches die Zukunft am dringendsten braucht: Wissen über ökologische und soziale Nachhaltigkeit, über biologische und soziale Vielfalt, darüber, dass alles miteinander verbunden ist. In ebendieser Region könnte eine ganz neue Form von grüner, sozial verträglicher Produktion entstehen, lokale Wirtschaftskreisläufe in Kooperation mit der Natur, eingebettet in bestehende Sozialgefüge, unter gegenseitigem Lernen zwischen jungen Pionieren und alteingesessenen Bewohnern. Nachbarschaften und Gemeinschaften mit Chance auf Zukunft blühen auf.
Ein Traum? Ja, aber ein realistischer. Vielleicht sogar der Traum des Landes selbst.

Angesichts von Rohstoffverknappung, Bankencrashs und Klimawandel werden die globalen Krisen sich in Zukunft noch steigern. Die Nachfrage nach Wissen über ökologische Nachhaltigkeit, regionale Versorgungssicherheit und Gemeinschaftsaufbau wird entsprechend wachsen. Der globalisierte Kapitalismus in seiner zerstörerischen Kraft, der innerhalb der EU mit großer Macht durchgesetzt wird, verlangt nach einer Alternative, und immer mehr Menschen arbeiten daran.
Die spanische Regierung will ganze Dörfer verschenken, vorausgesetzt die Beschenkten können ein Konzept für eine gesunde Regionalentwicklung vorweisen. In manchen Ländern beginnen Bürgermeister, sich für die Ansiedlung von Ökodörfern in ihrer Region stark zu machen, denn deren positiver Effekt auf die soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung ist vielfach nachgewiesen. Der Landkreis Odemira könnte aufgrund seiner besonderen Bedingungen und Standortvorteile ganz vorne in diesem globalen Trend liegen.

Geschichte und Zukunft eines Traumes
Vor rund siebentausend Jahren hinterließen halbnomadische Stammeskulturen im Alentejo einen Kulturschatz von Steinkreisen und Megalithen. Ihre Lebensweise war nach allem, was wir heute wissen, friedlich, nachhaltig und gemeinschaftlich; sie standen im tiefen Kontakt zur Erde und allen Wesen und pflegten die Heiligkeit des Lebens selbst. Trotz aller Eroberungszüge und Herrschaftsformen späterer Imperien und Reiche blieb ihr Traum lebendig. Immer wieder gab es mutige und inspirierte Menschen und Gruppen, die ihm nahe waren und versuchten, ihn zu verwirklichen. Aus der sanften Naturnutzung der ursprünglichen Stammeskulturen ergab sich eine an die Landschaft angepasste nachhaltige und extensive Wirtschaftsweise der Vielfalt, der so genannte Montado, der sich bis in die Neuzeit relativ ähnlich erhalten hat. Die letzten hundert Jahre mit Diktatur, Weizenkampagnen, EU-Diktaten, Groß-Staudämmen und Zentralisierung konnten den Traum nicht völlig zerstören. Aber sie haben dem Land arg zugesetzt.
Der Landkreis Odemira ist heute mehr denn je herausgefordert, einen gesunden Weg in die Zukunft zu finden. Die Versuche, die Region mit Massentourismus oder Agrarindustrie wirtschaftsfähig zu machen, wie es in vielen Regionen Südeuropas geschieht, scheinen nur auf den ersten Blick sinnvoll. Ihr kurzfristiger Erfolg wird mit zu hohen sozialen und ökologischen Kosten erkauft: Beide Wege führen zu einem Ausverkauf des Landes, ihre Gewinne kommen nur zum kleinsten Teil den Bewohnern zugute; der Intensivanbau führt zur Vergiftung, Erosion und Raubbau an Wasser, Boden und Ressourcen; und viele tausend Erntehelfer aus fernen Ländern bleiben als Armutsflüchtlinge in der Region, ohne jede Perspektive für sich und ihre Kinder.

Der dritte Weg
Der Landkreis Odemira und seine Bewohner suchten schon immer lieber eigene Wege, um ihren ursprünglichen Reichtum zu bewahren und zu mehren. Dieser Reichtum, das ist die kulturelle Vielfalt, der Regenreichtum, die Sonnenscheindauer, die vielfältige Ausformung der Landschaft, die besonderen klimatischen Bedingungen der Küstennähe und nicht zuletzt die immer noch vorhandene Erfahrung und Erinnerung der Menschen an Subsistenz, Gemeinschaftsgeist, gegenseitige Hilfe und traditionelles Wissen.
Und noch etwas steht auf der Haben-Seite des Landkreises: In den letzten Jahren siedelten sich vermehrt junge und teilweise gut ausgebildete Menschen hier an, auf der Suche nach einer attraktiven und selbstbestimmten Lebensperspektive, die sie in den Metropolen nicht mehr finden. Gemeinsam mit Zuwanderern aus anderen europäischen Ländern bauen sie sozialökologische Forschungsprojekte und kleinere und größere Modellprojekte für eine alternative Lebensweise. Projekte wie die Transition Town Initiative in São Lúis oder das Friedensforschungszentrum Tamera in Relíquias mit seinen ökologisch-sozialen Modelleinrichtungen ziehen weltweit gefragte Experten für Nachhaltigkeit in die Region. Sie verschaffen dem Landkreis Zugang zu einem aktuellen Wissens- und Erfahrungsschatz, der geeignet wäre, völlig neue Visionen zu verwirklichen.

Wasser ist Leben
Im Kern jeder Regeneration steht ein gesunder Wasserhaushalt. Er ist die Voraussetzung für Wachstum und Entwicklung. Das weltweite Wassermanagement folgt immer noch einem falschen Prinzip: Flüsse werden gestaut und kanalisiert, Regenwasser so schnell wie möglich abgeleitet, Flächen versiegelt. So dringt der Regen nicht mehr in den Erdkörper ein, sondern fließt ab und reißt dabei wertvolle Erde mit sich. Es kommt zu Wasserschäden im Winter und Austrocknung im Sommer, zu Erosion, Bodenverarmung, Verlust von Artenvielfalt bis hin zu Wüstenbildung. Die Folgen sehen wir weltweit, auch im Landkreis Odemira. Brunnen versiegen; zahlreiche Gemeinden werden mit Tankwagen versorgt; Bauern müssen Tiere notschlachten. Im Sommer 2016 litten fast 80% der portugiesischen Landfläche unter ernster oder extremer Dürre. 5-6000 Feuerwehrleute löschten 2-300 Brände am Tag, 1-2000 Fahrzeuge und mehr als 100 Hubschrauber waren dazu täglich im Einsatz. Groß-Staudämme sind keine Lösung, sondern verstärken das Problem der Austrocknung von Böden und Flüssen.
Eine Reihe internationaler Wasser-Experten wie Michal Kravcik aus der Slowakei riefen anlässlich des Weltklimagipfels COP21 in Paris zu einem Globalen Aktionsplan auf: Wasser, so sagen sie, ist das fehlende Glied in der Klimadiskussion. Regenwasser, das aufgrund von Flächenversiegelung, Abholzung und Drainagierung nicht mehr im Erdboden versickert, sondern abfließt, ist mehr für die Veränderung von Regenmustern, von Hitzewellen und Ansteigen des Meeresspiegels verantwortlich als bisher angenommen. Deshalb können einfache Maßnahmen, mit denen Regenwasser an vielen Orten dezentral in der Erde versickert wird, entscheidend dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten.
Odemira könnte ganz vorne in diesem Trend liegen. Die Wasserretentionslandschaft von Tamera zeigt, wie das aussehen könnte: Eine Reihe von dezentralen Maßnahmen dient dazu, den Regen dort zu speichern, wo er fällt, und zwar im Erdkörper. Das Wasser füllt die Aquifere wieder auf, so dass die Grundwasservorkommen sich erholen und Pflanzen und Gärten nähren. Auch vor Feuer schützen nicht kahle Böden, sondern gut durchfeuchtete Vegetation am besten. Auf diese Weise kann auf einem Gelände durch entsprechende Arbeit die Fruchtbarkeit zurückkehren. Ähnlich kann es auch im ganzen Landkreis geschehen; es wäre die Voraussetzung für ökologische, ökonomisch und soziale Nachhaltigkeit und Prosperität.

Odemira hat alle Voraussetzungen, um die erste europäische Modell- und Ausbildungsregion für nachhaltige Entwicklung zu werden:
• Eine Region, die die Nachhaltigkeitsziele der UNO in dezentralen Modellen umsetzt.
• Eine Region mit stark verminderter Erosion durch dezentrales Wassermanagement.
• Eine Region, die den Großteil ihrer Lebensmittel ganzjährig und organisch anbaut, verarbeitet und die Überschüssen als regionale “Exportgüter” vermarktet.
• Eine Region, die die Eukalyptusplantagen durch Fruchtmischwälder, also hochproduktive und extensive “essbare” Landschaften ersetzt: das Montado Novo.
• Eine Region der Energieautonomie, die ihren kompletten Energiebedarf dezentral und mit erneuerbaren Quellen produziert – und durch ihren Sonnenreichtum zum Zentrum alternativer Energieforschung wird.
• Eine Region mit eigenem Wirtschaftskreislauf, in der die Umsätze zumindest zum Teil in der Region verbleiben und in den weiteren Aufbau fließen.
• Eine Region, deren grüne, nachhaltige Industrie entsprechende Arbeits- und Ausbildungsplätze bietet, in Einklang mit der Natur.
• Eine Region, die zeigt, wie Armutsflüchtlinge nicht in soziale Ghettos gesperrt, sondern sinnvoll in Integrationsdörfern integriert werden und sich darauf vorbereiten können, ihre Heimat wieder wirtschaftlich und ökologisch aufzubauen.
• Es gibt viele Ideen, aber im Kern ist es eine Region, in der wieder junge Menschen leben, die Dörfer sich revitalisieren und auch die alten Leute wieder Lebensmut bekommen, weil sie und ihr Wissen gefragt sind.

Nicht nur Portugal braucht solche Beispiele für wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Auch Länder wie Griechenland, Spanien und Italien hätten innerhalb der Europäischen Gemeinschaft einen ganz anderen Stand, wenn gezeigt werden kann, dass Dezentralisierung und Regionalautonomie nicht nur möglich sind, sondern dem Land und den Menschen gut tun.
Eine Modellregion der Nachhaltigkeit ist auch abseits der Küsten ungemein attraktiv für Reisende und Touristen. Der südliche Jakobsweg, der u.a. durch Odemira, Relíquias und Vale Santiago führt und heute kaum benutzt wird, könnte sich weiter entwickeln zu einem Pilgerweg durch eine europäische Nachhaltigkeitsregion und jedes Jahr Tausende von Besuchern und Wanderern anziehen, die die neuen Pilgerherbergen und Info-Cafés sowie alten Restaurants füllen.
So fantastisch das klingt: Das Wissen und die Ressourcen dafür sind im Landkreis vorhanden. Tamera als eines der Modellprojekte der Region bietet dazu seine volle Kooperationsbereitschaft an.

Tamera als Modell und Ausbildungsstätte für gelebte Nachhaltigkeit
Tamera kann in dieser Vision die Rolle einer Experimentier- und Ausbildungsstätte für regionale Nachhaltigkeits-Strategien in Landschaftsgestaltung, Wasser, Ernährung, Energie, Wirtschaft und Gemeinschaftsaufbau einnehmen. In dieser alternativen “Universität” geht es nicht nur um theoretisches Wissen, hier können die Studenten das Gelernte gleich umsetzen und in der Praxis erfahren.
Was ist Tamera?
1995 suchten die Theologin und Friedensbotschafterin Sabine Lichtenfels, der Soziologe und Psychotherapeut Dr. Dieter Duhm sowie der Physiker und Musiker Charly Rainer Ehrenpreis ein Gelände für die Gründung eines internationalen Friedensforschungs- und Gemeinschaftsprojektes. Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit in Deutschland wollten sie das bisher zusammengetragene Wissen in einem bewohnbaren und sichtbaren Modell zusammenfügen. Es sollte eine Forschungsstätte für die brennenden Fragen unserer Zeit werden, für Frieden und Konfliktlösung, für ökologische und soziale Nachhaltigkeit, für die Heilung der Liebe, für Gemeinschaftsaufbau, gerechte Ökonomie und ganzheitliche Schulausbildung. Im Süden Portugals gefiel ihnen der Freiraum, das landschaftliche Potential und die offene Haltung der Nachbarschaft. Zwei Jahrzehnte nach der Revolution hatte sich hier ein experimentierfreudiger und gastfreundlicher Geist erhalten. Eine kleine Gruppe begann mit dem Aufbau dieser Modellsiedlung in der abgelegenen stillgelegten Herdade Monte do Cerro bei Relíquias. Nachbarn und Gemeinde halfen, wo immer Hilfe gebraucht wurde. Bald folgten weitere Mitarbeiter.

Heute arbeiten und studieren fast 170 Menschen ganzjährig in Tamera. Ein Teil der Vision ist bereits verwirklicht. Es gibt Forschungsabteilungen für natürliches Wassermanagement, nachhaltigen ökologischen Lebensmittelanbau, Energieautonomie, moderne Lehm- und Leichtbauarchitektur, Gemeinschaftsökonomie, freie Schule und Gemeinschaftsaufbau.
Rein optisch hat sich das Gelände enorm verwandelt: Das im Sommer staubtrockene Gelände ist heute mit fischreichen Teichen und Seen durchzogen, an deren Ufer ganzjährig Obst und Gemüse gedeihen. Korkeichenmischwälder wurden gepflanzt. Wildtiere wie Fischotter und Wildschweine sowie viele Singvögel haben sich wieder angesiedelt. Quellen wurden freigelegt, der ausgetrocknete Back Ribeiro da Gema fließt wieder ganzjährig. Der bekannte Österreicher Bergbauer und ökologische Visionär Sepp Holzer beriet Tamera beim Aufbau der Wasserretentionslandschaft.
Im Mittelpunkt des Geländes entstand in Kooperation mit dem renommierten Geomanten Marko Pogacnik ein moderner Steinkreis nach dem Vorbild des Steinkreises von Almendres (bei Évora), ein Kraft- und Versammlungsort der Gemeinschaft, um den ursprünglichen Kulturschatz des Landes zu ehren.
Verschiedene ökologische Modellbauten aus Stroh und Lehm entstanden, darunter das Auditorium “Aula” mit 400 Sitzplätzen: der größte Strohballen-Lehmbau der Iberischen Halbinsel, in Zusammenarbeit mit dem “Lehmbau-Professor” Gernot Minke aus Deutschland. Weitere Versammlungs-, Studien- und Wohngebäude, Gästeunterkünfte sowie eine Universal Hall sind geplant, warten aber auf ihre Baugenehmigung. Für den weiteren Ausbau arbeitet Tamera gemeinsam mit dem Landkreis Odemira an einem regenerativen Bebauungsplan.

Tameras Ziel ist, gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern im Modell eine Alternative zum globalen Kapitalismus aufzubauen. Es soll zunächst auf kleinem Raum zeigen, wie Menschen in Ergänzung miteinander und Kooperation mit der Natur leben und wirtschaften können, wie sie geschädigte Landschaften regenerieren und ihre Grundbedürfnisse an Energie, Wasser und Lebensmitteln in regionalen Wirtschaftskreisläufen decken können, wie Kinder geborgen aufwachsen können und die Liebe zwischen Paaren Dauer bekommt. Tamera ist auf dem Weg, für diese Bereiche ein planetarischer Ausbildungsort zu werden. Einige tausend junge Menschen aus vielen Ländern der Erde einschließlich des globalen Südens kommen jedes Jahr, um mitzuhelfen und zu lernen.
Tamera ist eines der bekanntesten Ökodörfer weltweit und aktives Mitglied des “Global Ecovillage Network” (GEN). Im Rahmen des “Globalen Campus” begleiten Mitarbeiter von Tamera den Gemeinschaftsaufbau in Krisenregionen wie Palästina und Kolumbien sowie in Slums von Brasilien und Kenia. Experten aus Tamera sind weltweit als Berater und Referenten unterwegs; umgekehrt kommen Wissensträger verschiedener Disziplinen zu Symposien und Seminaren nach Tamera, um ihr Wissen zu teilen. Universitäten verschiedener Länder, Friedensinitiativen sowie globale Hilfsorganisationen kooperieren beim Entwurf von neuen Hilfs- und Nachhaltigkeitskonzepten, für die Tamera sich als Testfeld bereitstellt.
Diese Expertise kann und soll auch in der Region genutzt werden können. Anhand von folgenden Bereichen möchten wir zeigen, welche regionalen Projekte in Odemira durch diese Kooperation entstehen könnten.

VORSCHLÄGE ZUM AUFBAU EINER EUROPÄISCHEN MODELLREGION FÜR NACHHALTIGKEIT
1. Regeneration der Landschaft durch Montado Novo
Ein großer Teil der Landschaft Odemiras ist geschädigt durch Abholzung der ursprünglichen Vegetation, intensive Monokulturen und Plantagen und falsches Wassermanagement. Es tut weh, die jährlich zunehmende Versteppung der Landschaft zu beobachten sowie die vielen Hügel mit Eukalyptusplantagen, die zu nichts anderem mehr gebraucht werden als zur Papierproduktion. Die Plantagen produzieren meist für Konzerne, die von fern die Zerstörung dieser Landschaft steuern. Was für eine Verschwendung kostbarer Ressourcen!
Die traditionelle Bewirtschaftungsform des Montado ist so gut wie ausgestorben, dabei war sie am besten angepasst an die Landschaft: nachhaltig, extensiv und wasserspeichernd versorgte sie die Menschen mit Grundnahrungsmitteln und schützte den Boden vor zu intensiver Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Alte Leute erinnern sich daran, dass am Anfang des letzten Jahrhunderts nur “Salz und Eisen” in die Region eingeführt werden mussten, alle anderen Produkte konnten im Montado erzeugt werden. Auch international wird der Wert des Montado immer mehr erkannt, 2012 war Montado ein Kandidat als UNESCO-Weltkulturerbe.
Auf diese Erfahrung baut der “Neue Montado” (Montado Novo) auf, ein ebenso extensives, aber effektives Anbausystem in hochkomplexen Mischkulturen, das die biologische Vielfalt und den Wasserhaushalt schützt.
Schweine sowie andere Weidetiere in intensiver, aber kurzzeitiger Beweidung nach dem Vorbild durchziehender Tierherden regenerieren Boden und Vegetation, wie Alan Savory mit der Methode des Holistic Planned Grazing zeigt. Mögliche Produkte des Montado über die artgerechte Freilandtierhaltung hinaus sind Kastanien, Mandeln, Nüsse, Obst, Kräuter, Oliven und Eicheln sowie Kork, Harz und Brennholz. Gleichzeitig entstehen zahlreiche Symbiosen mit dem Feld- und Gartenbau, hier seien nur organische Dünger, Bienen- und Kleintierhaltung am Waldrand sowie natürliche Schädlingsregulierung durch den Erhalt der Insektenfauna genannt.
Der bekannte Biobauer Alfredo Sendim Cunhal aus Montemor-o-Novo arbeitet seit vielen Jahren mit diesem Konzept und widersetzt sich erfolgreich dem Trend zur Spezialisierung und Intensivierung in der Agrarwirtschaft. Auch in Tamera werden die Hügel in Mischkultur wiederbewaldet. Schweine und Pferde in einer mit den Bedürfnissen des Bodens fein abgestimmten Koppelhaltung verbessern die Bodenstruktur und erhalten die Pflanzenvielfalt.
Mit dem Novo Montado gehen Naturschutz und Landwirtschaft eine neue Partnerschaft ein. Der Bauer wird zum Landschaftspfleger. Die attraktive Landschaftsgestaltung eignet sich auch für sanften Tourismus und bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die Erfahrungen der älteren Generation abzufragen und zu nutzen.
Gerade küstennahe Gebiete gelten unter Klimaforschern als Schlüsselregionen. Würden die Eukalyptusplantagen in der Odemiras Küsten vorgelagerten Hügellandschaft schrittweise durch produktive und nutzbare Mischkulturen – Montado Novo – ersetzt, dann würden die zunehmenden Wetterextreme wie Hitzewellen und Starkregenfälle abgemildert und die lokalen Wasserkreisläufe auf der ganzen Iberischen Halbinsel wieder in Gang gesetzt, wie Meteorologe Prof. Millán Millán aus Spanien in dreißigjähriger Forschung eindrücklich aufzeigt.

2. Wasserretentionslandschaften und dezentrales Abwassermanagement
Zu einer Wasserretentionslandschaft gehört, wie bereits erwähnt, die Wiederbewaldung in Mischkultur – vor allem in den küstennahen Schlüsselregionen, denn ein gesunder Wald und sein Humusboden speichern Regenwasser am wirkungsvollsten und regen durch Wasseraufnahme und Verdunstung die lokalen Wasserkreisläufe an, die sich durch Abregnen und Verdunsten immer wiederholen und so wichtig für eine stabile Klimaentfaltung sind.
Weitere Maßnahmen sind parallel zu Hängen angelegte Gräben (“Swales”); Keyline-Felder; die Terrassierung von Hängen sowie schließlich die Anlage von Wasserretentions-Teichen und -Seen, die zum Symbol von Tamera wurden.
Die Vielfalt der Maßnahmen bietet verschiedene Ertragsmöglichkeiten, angefangen vom Gartenbau an den Terrassen über Fisch- und Wasserpflanzenzucht bis hin zu Naherholungs- und Sportmöglichkeiten. Entsprechende Beispiele gibt es bereits in Andalusien und in der Extremadura von Spanien.
Der Aufbau der Wasserretentionslandschaft in Tamera zeigt, dass ausgedörrtes Land sich in kurzer Zeit wieder vollständig regenerieren kann. Das Ziel ist, dass kein Regenwasser das Gelände verlässt, sondern statt dessen gereiftes und mineralisiertes Quellwasser. Bernd Müller, der Teamleiter der Ökologie, wurde inzwischen ein gefragter Experte in Krisengebieten der Erde und berät Hilfsorganisationen und Universitäten in Portugal, Spanien, Israel, Palästina, Haiti, Kenia und Kolumbien beim Wiederaufbau von gesunden Wasserkreisläufen.
Auf dem gleichen Prinzip beruhen die “Wetland Ecosystems” zur dezentralen Abwasserreinigung. Jede Gemeinde, jeder Industriebetrieb und jeder Bauernhof kann durch das einfache und kostengünstige Anlegen künstlicher Feuchtgebiete seine Abwässer gründlich reinigen und dabei ein attraktives Erholungsgebiet sowie einen Produktionsbereich von Weiden, Fischen, Blumen und Kräutern aufbauen. Dazu liegen zahlreiche Erfahrungen verschiedener Länder vor.
Ein entsprechendes Versuchsgelände – etwa ein Feuchtgebiet als neuer “Parque d´Água” zur Reinigung der Abwässer von Odemira oder Milfontes – geplant und umgesetzt gemeinsam mit Experten aus Tamera, begleitet durch Universitäten und Medien, könnte ein Modellprojekt sein, das weit über den Landkreis hinaus Beachtung findet. Die Anwendung dieser Prinzipien an mehreren Orten des Landkreises wird helfen, die Schäden des Klimawandels abzumildern und die Wüstenbildung umzukehren.

3. Nahrung – regionale Autarkie und Herstellung von Bio-Produkten
In der vor einigen Jahren noch gut gefüllten Markthalle Odemiras sind meist nur noch ein bis zwei Stände geöffnet; statt dessen kauft man heute im Supermarkt Gemüse aus Spanien und Holland. In einer Region, die sich früher fast komplett selbst versorgt hat, werden nun 80% der Lebensmittel eingeführt – und zwar nicht, weil das Land es nicht mehr hergibt, sondern weil das Konzept der Europäischen Union es nicht vorsieht. Dabei ist das milde Klima bestens für Lebensmittelanbau geeignet, wie die Betreiber des Gemüse-Intensivanbaus an der Küste wissen. “Der Landkreis Odemira hat in Europa einmalige klimatische Bedingungen für Pflanzenwachstum,” sagt Ferry Enthoven, der Manager von Atlantic Growers, einem holländischen Intensivgemüsebetrieb in Sao Teotonio.
Der Landkreis ist prädestiniert, eine Modellregion für regionale Lebensmittelautarkie mit gesunden Produkten in großer Vielfalt zu werden. In Kombination mit natürlichem Wassermanagement ist auch ganzjähriger Anbau kein Problem. Die in früheren Generationen mühsame Arbeit der Lebensmittelproduktion kann durch neue organische Anbaukonzepte viel effektiver organisiert werden; dazu gehören regionales Saatgut, Misch- und Hügelkulturen, Methoden wie Bio-Intensive, Symbiosen im Rahmen der Montado Novo Mischaufforstungen und automatische Tröpfchenbewässerung.
Regionale Spezialitäten mit Bio-Charakter, ökologisch hergestellt in Odemira, sind ein vorzügliches Handelsgut für Spezialitätengeschäfte und Restaurants im ganzen Land und darüber hinaus. Auf diese Weise siedeln sich wieder Verarbeitungsbetriebe an, die lokale Wirtschaft wird angekurbelt, es entstehen Arbeitsplätze, lokale Märkte werden wieder geöffnet, Kleinproduzenten können von ihren Produkten leben, der Landkreis findet zu größerer Selbständigkeit.
Tamera erprobt dies auf kleinerem Maßstab. Eine vierzigköpfige Gemeinschaft innerhalb von Tamera ernährt sich ausschließlich von regional erzeugten und saisonal aktuellen Produkten und experimentiert mit alten und neuen Verarbeitungsmethoden. Darüber hinaus schließt Tamera feste Abnahmeverträge mit lokalen Biobauern, um deren Druck durch die sich ständig ändernden Marktbedingungen zu mildern.

4. Energie – dezentrale Nutzung erneuerbarer Energiequellen
Angesichts schwindender fossiler Energie-Ressourcen ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Solarenergie durchsetzt, in Portugal und weltweit. Das heißt nicht nur Photovoltaik. Es gibt eine ganze Generation von Forschern, die Linsen- und Spiegelsysteme für dezentrale solare Energieautonomie entwickeln. Damit sowie mit innovativen Biogas-Systemen zur Ergänzung wären auch abgelegene Dörfer in der Lage, ihren Strom sowie die Energie zum Heizen, Kochen und Wasserpumpen selbst zu erzeugen. Die Überschüsse können sie – je nach Konzept – ins Netz speisen oder durch neue thermische, physikalische oder chemische Systeme regional speichern.
Angesichts der weltweiten Rohstoffverknappung wird diese Technologie in Zukunft immer stärker nachgefragt werden. Der Trend geht auch in der Energie weg von der Zentralversorgung hin zu kleinräumigen Systemen, die von einer Dorfgemeinschaft oder einer Firmenbelegschaft betrieben und gewartet werden. In Mitteleuropa gibt es zahlreiche Beispiele von Gemeinden, die ihr eigenes E-Werk gründeten, Arbeitsplätze schufen und von dem Gewinn die Dorfstrukturen wieder aufbauen konnten. In den USA verbreitet sich derzeit das Konzept dezentraler Stromnetze, die auch für portugiesische Jungunternehmer ein interessanter Anreiz sein könnten.
Südportugal ist die sonnenreichste Region Europas. Der Landkreis Odemira wäre prädestiniert für ein Zukunftslabor, eine Art alternatives Silicon Valley der dezentralen Energieforschung. Man stelle sich Modellbetriebe zur Verarbeitung lokaler, organischer Lebensmittel und Spezialitäten vor, mit natürlicher Wasserversorgung und Abwasserreinigung und ganz mit erneuerbarer Energie betrieben! Ein solches Pilotmodell dürfte sich internationaler Aufmerksamkeit und Unterstützung sicher sein.
Tamera erprobt in seinem Testfeld für ein SolarVillage entsprechende Technologien wie den Scheffler-Spiegel, Mini-Biogasanlagen, verschiedene Solarkocher bis hin zu einem High-Tech-Spiegel-System, kombiniert mit Stirlingmotor und Solarkollektoren.

5. Grüne Industrie mit Gemeinwohlökonomie
Moderne Industriekonzepte überzeugen durch Nachhaltigkeit und Kreislaufsysteme, die bei der Auswahl der Rohstoffe anfangen und deren Produkte komplett recyclebar sind. Mit Konzepten wie Cradle to Cradle entstehen weder Abfälle noch Umweltgifte, sondern alles wird zum Rohstoff für weitere Produktionen. Kombiniert mit sozial-ökonomischen Konzepten wie Gemeinwohlökonomie könnten solche Industriezweige im menschlichen Maß im Landkreis Odemira zur Verarbeitung von regionalen Produkten wie Kork, Olivenöl, Keramik, Medronho, Getreide und andere Lebensmittel die Region und ihren eigentlichen Reichtum stärken sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze im Landkreis schaffen.

6. Gemeinschaft – Revitalisierung der Dörfer
Der Traum des Landkreises ist, dass seine Dörfer wieder erblühen, dass Betriebe und Schulen wieder öffnen, dass junge Menschen sich wieder ansiedeln, dass die älteren sich wieder nützlich und wertgeschätzt fühlen, dass sie in Kooperativen zusammen wirtschaften und ihre Produkte anbieten können. Schon heute gibt es vereinzelt in Dörfern gute Nachbarschaften neuer Art und gegenseitige Unterstützung zwischen den Alteingesessenen und den Neuankömmlingen – wichtige Schritte für die Revitalisierung der Dorfgemeinschaften. Dieser Vorgang braucht persönlichen Einsatz und Offenheit aller Beteiligten. Sie braucht aber auch soziales Wissen.
Zum Konzept einer nachhaltigen Modellregion gehört Wissen über Gemeinschaftsaufbau, Konfliktlösung und Entscheidungsfindung, denn die besten ökologischen Technologien nützen nichts, wenn ihre Betreibergemeinschaften sich zerstreiten. Die meisten Gemeinschaften zerbrechen nicht an ökonomischen, sondern an menschlichen Themen; sie zerbrechen, wenn ihre Mitglieder nicht über die Dinge sprechen können, die sie am meisten bewegen. So entsteht ein Untergrund, eine Schweigemauer, hinter der sich niemand wohl fühlt. Wie man in Gruppen Licht in diesen menschlichen Untergrund bringt, wie man heilsame Transparenz in Themen wie Liebe, Sehnsucht, das Heilige, Kritik, heimlichen Neid, Wut bringt, darin hat die Gemeinschaft von Tamera über dreißig Jahre Erfahrung gesammelt. Es ist diese Radikalität und Wahrheit untereinander, die gerade junge Menschen anzieht und ihnen Vertrauen schenkt.
Eine Modellregion findet auch Wege, die vielen Armutsflüchtlinge aus aller Welt, die zu Tausenden im Landkreis ohne Perspektive unter unwürdigen Bedingungen leben, sinnvoll zu integrieren, ihnen Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze zu bieten, die ihnen aus dem sozialen Ghetto hinaushelfen. Integrationsdörfer nach dem Vorbild von Riace in Italien könnten zeigen, wie aus der Not ein Gewinn wird: Dort haben Flüchtlinge dabei geholfen, Dörfer zu revitalisieren und verlorene Wirtschaftszweige wieder aufzubauen. Solche Integrationsdörfer könnten Menschen aus Armutsgebieten das Wissen an die Hand geben, ihre Heimat wieder aufzubauen. Es wäre ein großer Beitrag zur Lösung eines planetarischen Problems.

6. Schule im Dorf
Es ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf: Je mehr Familien aus dem Landkreis wegziehen, um so mehr Schulen müssen schließen. Je mehr Schulen schließen, um so mehr Familien ziehen weg. Die verbleibenden Kinder fahren viele Kilometer pro Tag in Konzentrationsschulen – die wiederum um ihr Überleben kämpfen müssen. Der Unterricht dort orientiert sich nicht an ihrem Erfahrungsalltag, sondern ausschließlich am nationalen Lehr- und Leistungsplan. Trotz aufrichtiger Bemühungen der Lehrer wird den Kindern so ihre natürliche Neugier und Lernfreude genommen, sie entfremden sich von ihrem bisherigen Leben und dem ihrer Eltern, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen. Viele Eltern wollen das nicht mehr. Verschiedene Netzwerke für alternative Schulbildung in Portugal und der Landrat Odemira haben in den vergangenen Jahren bereits ihre Ansichten und Pläne zur Lösung der Schulmisere ausgetauscht.
Eine Modellregion für Nachhaltigkeit kann damit rechnen, dass sich wieder viele junge Familien ansiedeln und für ihre Kinder wieder Schulen brauchen – und zwar Schulen, die nicht nur Lehrbuchwissen vermitteln, sondern gelebte Erfahrungen, die die Lernfreude der Kinder anregen; Schulen, deren Unterricht auch einmal in der Bäckerei oder der Autowerkstatt des Dorfes stattfindet. Die berühmte Escola da Ponte in Porto macht seit Jahrzehnten ausgezeichnete Erfahrungen mit diesem Konzept.
Tamera plant den Aufbau einer Internationalen Schule nach diesem Vorbild, die Escola da Esperança. Familien aus ganz Portugal haben bereits Interesse signalisiert, ihre Kinder an der Escola da Esperança anzumelden; einige möchten sogar von Lissabon deshalb hierher ziehen. Vielleicht werden eines Tages neue Schulkonzepte dabei helfen, die Landflucht des Kreises umzukehren.

Ausblick
Wirkliche Zukunftsperspektiven entstehen auch abseits der großen Metropolen. Global vernetzte, autarke Regionen, deren Stärke auf kultureller Vielfalt, Kooperation mit der Natur und menschlicher Solidarität beruht, sind auf lange Sicht nachhaltiger und den Herausforderungen besser gewachsen als die zentralen Megasysteme. Junge Menschen aller Bevölkerungsschichten scheren aus dem bestehenden System aus und suchen nach Ausbildungsmöglichkeiten, die sie auf diese Zukunft vorbereiten können.
Man stelle sich vor, Verantwortliche des Landkreises, Bürger und Bürgerinnen, Spezialisten aus den Alternativprojekten, Vertreter von Universitäten und EU-Programmen sowie internationale Gast-Redner setzen sich zusammen und planen die ersten Maßnahmen!
Zuerst entstehen hier und dort kleinere Modelle, nach und nach werden Konzepte für die ganze Region erarbeitet und umgesetzt. Allein diese Nachricht würde weltweit Aufmerksamkeit erregen und Mitdenker und finanzielle Unterstützung anziehen. Viele der jungen Menschen, die heute noch das Land verlassen, um Arbeit zu finden, werden wieder Mut finden, es in Portugal zu versuchen. Odemira wird bekannt für die hier entwickelten ökologischen Technologien und seine authentischen lokalen Produkte, erzeugt in neuen Kooperativen und alten Höfen.
Wenn wir wollen, bleibt es kein Märchen.

4 thoughts on “Der Landkreis Odemira als europäische Modellregion für Nachhaltigkeit…

  1. Hallo Privet Ciao buon giorno Leila,
    Dein unglaublich malerisch aber auch detailliert geschriebener Text versetzt einen direkt in die schöne Landschaft Portugals und macht Leuten wie mir, die erst kürzlich “aufgewacht” sind und noch das Vergnügen haben im Hamsterrad der Kapitalfaschisten laufen zu dürfen, in einer düsteren Welt voll Terror, false flag, Lug und Trug, wieder echten Mut.
    Ich möchte Euch gern besuchen, sobald es geht, lernen, mein eigenes Potential einbringen, mithelfen….
    Alles Liebe, Bernd

  2. Grüß Gott aus Bayern,
    der Text ist wirklich zu Herzen gehend. Auch wir suchen eine sinnvolle Alternative für unseren letzten Lebensabschnitt. Auch eine wärmere Gegend ist für unseren teilweise abgenutzten Gelenke angenehmer, als hier die feuchtkalten Winter. Vielleicht schaffen wir es dieses Jahr, endlich Portugal zu besuchen. Ein Sprachkurs in Portugisisch wäre natürlich sinnvoll !
    Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Euch besuchen dürfen in Tamera. Ein paar Tips für Übernachtung und andere Empfehlungen von Euch wären sehr hilfreich.
    Weiterhin wünschen wir Euch viel Erfolg mit ganz viel Liebe
    Eure Renate und Peter

  3. Hallo liebe Leila,

    Ich will dir danken und gratulieren zu diesem wundervollen Text! Ich denke, er hat das Zeug zu einem regionalen “bestseller”! Viel Erfolg damit.

    Was sicher auch “gebraucht” wird, sind ländliche Ehrholungs- und Ruhestandsstätten für ausgebrannte und/oder einfach alte Menschen aus den Metropolen, die sich nach Regeneration, Einfachheit und lebendiger Teilhabe und freundlicher Gemeinschaft sehnen. Bis hin zur letzten, friedvollen Begleitung in den Tod. Du verstehst …

    Ganz liebe Grüsse
    Albrecht

    • Lieber Albrecht,
      danke fürs Lesen und deine Worte. Und ja, du hast Recht, das wäre ein notwendiges und wichtiges Projekt. Es gibt ja hier viele Leute, die nach der Rente hierherkommen, aber eine echte Ruhestätte – das wäre toll.
      Lieben Gruß

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